Brandenburgs Spargelbauern erwarten gute Ernte trotz Dieselpreis-Belastung und Importdruck
Spargel-Ernte in Brandenburg gut - Dieselpreise belasten Betriebe

Brandenburgs Spargelbauern starten mit Hoffnung und Herausforderungen in die Saison

Mit strahlendem Sonnenschein und rechtzeitig zum Osterfest haben die Spargelbauern in Brandenburg die offizielle Eröffnung der Spargelsaison gefeiert. In der Region rund um Beelitz, dem größten Anbaugebiet des Bundeslandes, werden die ersten Stangen des begehrten Edelgemüses bereits frisch vom Feld geholt. Die Landwirte blicken optimistisch auf die kommenden Wochen und erwarten eine gute Ernte.

Gute Ernteerwartungen bei großem Kundeninteresse

„Wir werden eine gute Ernte einfahren“, verkündet Jürgen Jakobs, der Vorsitzende des Beelitzer Spargelvereins, in Beelitz-Schäpe. „Wir sehen ein großes Interesse der Kundschaft.“ Die positive Grundstimmung wird jedoch von mehreren Belastungsfaktoren getrübt, die den Betrieben in dieser Saison besonders zu schaffen machen.

Dieselpreise als Kostentreiber durch geopolitischen Konflikt

Einer der größten Belastungsfaktoren sind die seit Beginn des Iran-Krieges deutlich gestiegenen Dieselpreise. Brandenburgs Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) betont zwar die Bedeutung regionaler Produkte, verweist aber gleichzeitig auf die geopolitischen Ursachen der Preissteigerungen: „Die Kaufzurückhaltung liegt daran, dass eben andere geopolitische Energiekostentreiber hier leider Gottes zu Buche schlagen.“

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Für die Betriebe haben diese Entwicklungen konkrete finanzielle Auswirkungen. Allein für den Beelitzer Spargelhof Jakobs bedeuten die höheren Dieselpreise alle zehn Tage zusätzliche Kosten von 5.000 Euro. „Wir als Bauern haben schon ein bisschen die Sorge, dass wir die Kosten, die wir halt haben, schwer umgelegt bekommen“, gibt Jakobs zu bedenken.

Preisentwicklung und Marktmacht der Discounter

Zum Saisonstart liegt der Kilopreis für Spargel zwischen 15 und 18 Euro. Mit zunehmendem Angebot in den kommenden Wochen wird sich dieser Preis voraussichtlich auf 10 bis 12 Euro pro Kilo einpendeln. Die Preisfindung wird jedoch maßgeblich von der starken Marktmacht der Discounter beeinflusst, die den Spargel vertreiben. „Die drücken uns schon im Preis, wo es geht“, berichtet der Vereinsvorsitzende.

Steigende Personalkosten durch Mindestlohnerhöhung

Ein weiterer Kostenfaktor sind die gestiegenen Personalkosten. Der gesetzliche Mindestlohn wurde zu Jahresbeginn von 12,82 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde angehoben und soll bis 2027 auf 14,60 Euro steigen. Da der Spargelanbau in Deutschland ohne ausländische Saisonarbeitskräfte nicht möglich ist, wirkt sich diese Entwicklung besonders stark auf die arbeitsintensive Produktion aus.

Importkonkurrenz und rückläufige Anbauflächen

Die heimischen Betriebe sehen sich zunehmend mit Import-Spargel konfrontiert, der meist zu deutlich niedrigeren Preisen angeboten wird. Im Jahr 2025 kam dieser Import-Spargel vor allem aus Spanien, Mexiko und Griechenland in den deutschen Handel. Parallel dazu ist die gesamte Spargel-Anbaufläche in Deutschland rückläufig. In Brandenburg wurden im vergangenen Jahr noch fast 19.000 Tonnen Spargel geerntet.

Trotz aller Herausforderungen bleibt die Stimmung unter den Brandenburger Spargelbauern grundsätzlich positiv. Sie setzen auf die Qualität ihres regionalen Produkts und hoffen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher trotz gestiegener Preise weiterhin zum heimischen Edelgemüse greifen werden.

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