Japan Airlines testet humanoide Roboter für Gepäck und Reinigung
Japan Airlines testet humanoide Roboter

Japan Airlines (JAL) startet ein Pilotprojekt mit humanoiden Robotern am internationalen Flughafen Tokio-Haneda. Gemeinsam mit der GMO AI & Robotics Corporation (GMO AIR) will die Fluggesellschaft testen, ob Roboter Aufgaben in der Bodenabfertigung übernehmen können.

Roboter übernehmen schwere Arbeiten

Bislang werden Flugzeuge nach der Landung von Menschen gereinigt, Gepäck und Fracht per Hand verladen. Genau diese Tätigkeiten sollen künftig von humanoiden Robotern erledigt werden. Die Maschinen sehen menschenähnlich aus: zwei Arme, zwei Beine, ein Kopf und ein Körper. Laut JAL verfügen sie über eine mit Menschen vergleichbare Bewegungsfreiheit und Anpassungsfähigkeit.

Die Roboter sind in der Lage, schwere Gegenstände zu transportieren, Gepäck zu bewegen und sogar Flugzeugkabinen zu reinigen. Sie können Treppen steigen, Türen öffnen und Werkzeuge bedienen – alles Fähigkeiten, die bisher menschliche Muskelkraft oder aufwendige Umbauten erforderten.

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Bodenabfertigung bisher weitgehend manuell

Roboter sind an Flughäfen nicht neu: Automatische Reinigungsmaschinen fahren durch Terminals, manche Maschinen beantworten Fragen von Reisenden. Am Flughafen München testete man vor zwei Jahren einen Roboterhund, der autonom durch Lagerhallen patrouillierte. Doch die Bodenabfertigung blieb bislang Menschen vorbehalten. Herkömmliche, fest installierte Automatisierungsanlagen und Roboter mit nur einer Funktion konnten sich nur schwer an komplexe Abläufe und die bestehende Infrastruktur anpassen.

Die humanoiden Roboter sollen genau hier ansetzen. Sie können sich flexibel bewegen und an wechselnde Umgebungen anpassen. Damit erreichen sie Bereiche, die bisher nur für Menschen zugänglich waren.

Hintergrund: Arbeitskräftemangel in Japan

Japan leidet unter einem gravierenden Arbeitskräftemangel. Die Gesellschaft altert, die Zahl der Erwerbstätigen sinkt, während der Tourismus boomt. Besonders in der Bodenabfertigung fehlt Personal. „Für die Sicherheit am Boden, beispielsweise bei der Flugzeugabfertigung und Gepäck-/Frachtabfertigung, werden hochqualifizierte Mitarbeiter benötigt, die zudem körperlich sehr belastbar sind“, erklären die Partner. Die Lücke wollen sie mit humanoiden Robotern schließen.

Projekt noch in der Anfangsphase

Noch steht das Projekt ganz am Anfang. Kein Roboter putzt aktuell eigenständig ein Flugzeug. Zunächst sollen Abläufe analysiert und visualisiert werden, um Bereiche zu identifizieren, in denen humanoide Roboter sicher eingesetzt werden können. Erst dann folgen praktische Tests.

Japan Airlines und GMO AIR erhoffen sich von dem Pilotprojekt langfristig eine Entlastung des Personals und eine Steigerung der Effizienz. Ob humanoide Roboter tatsächlich die Lösung für den Arbeitskräftemangel in der Luftfahrt sind, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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