Berlin – Die Diskussion um die große Steuerreform in Deutschland nimmt Fahrt auf. Nach dem Steuerstreit in der Koalition haben Finanzpolitiker von CDU und CSU nun ein konkretes Konzept vorgelegt, das weitreichende Änderungen vorsieht. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, sollen Bürger um bis zu 30 Milliarden Euro jährlich entlastet werden. Erarbeitet wurde der Plan von den Unionsabgeordneten Yannick Bury (36, CDU) und Florian Dorn (39, CSU). Ihr Versprechen: „Eine Reform des Steuertarifverlaufs, die alle Einkommen entlastet, mit einer hohen relativen Entlastung bei kleinen und mittleren Einkommen.“
Hohe Steuerlast in Deutschland
Deutschland gehört zu den Ländern mit der höchsten Steuer- und Abgabenlast weltweit: Für Singles liegt sie bei rund 48 Prozent. Ein Problem dabei: Schon Fachkräfte mit knapp 70.000 Euro Einkommen zahlen aktuell den Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Union und SPD haben sich darauf verständigt, die große Reform der Einkommensteuer zum 1. Januar 2027 umzusetzen.
Die konkreten Steuervorschläge der Union
Der Vorschlag der Unionspolitiker umfasst mehrere zentrale Punkte:
- Mehr steuerfrei: Der Grundfreibetrag soll laut Handelsblatt-Bericht um mindestens 1000 Euro steigen, sodass ein größerer Teil des Einkommens komplett steuerfrei bleibt (aktuell liegt er bei 12.348 Euro).
- Spitzensteuersatz verschieben: Der Steuersatz von 42 Prozent soll künftig erst ab einem Jahreseinkommen von 85.000 Euro greifen. Bisher wird er schon bei rund 70.000 Euro fällig.
- Soli komplett abschaffen: Der Solidaritätszuschlag soll vollständig entfallen. Rund 90 Prozent der Steuerzahler sind bereits von der Abgabe befreit. Nur die oberen zehn Prozent der Einkommen und Unternehmen zahlen ihn noch.
- Reiche stärker belasten: Für sehr hohe Einkommen soll der Steuersatz von derzeit 45 auf 47,5 Prozent steigen, um einen Teil der Entlastungen gegenzufinanzieren.
- Früherer Einstieg für Topverdiener: Dieser höhere Steuersatz soll bereits ab einem Jahreseinkommen von 210.000 Euro gelten und damit deutlich früher greifen als bisher (erst ab knapp 278.000 Euro).
- Abbau von Subventionen: Die Steuerausfälle von bis zu 30 Milliarden Euro sollen durch weniger Subventionen (zum Beispiel die EEG-Umlage) und Einsparungen in der Verwaltung finanziert werden.
Reaktionen aus der Union
CDU-General Carsten Linnemann (48) äußerte sich gegenüber BILD positiv: „Die Reform wäre ein Durchbruch in der aktuellen Steuerdebatte. Sie wäre genau das richtige Signal, dass sich in Deutschland etwas zum Guten bewegt. Wer in dieser rezessiven Phase durch mutigen Subventionsabbau bei gleichzeitiger Entlastung der Arbeitnehmer, des Mittelstandes und des Handwerks vorangeht, wird Deutschland neues Wachstum und neue Zuversicht bescheren.“
Die Vorschläge der Union werden nun innerhalb der Koalition diskutiert. Es bleibt abzuwarten, ob die SPD den Plänen zustimmt oder eigene Änderungen einbringt. Klar ist: Die Steuerreform soll bis 2027 umgesetzt werden und könnte eine der größten Steuerentlastungen der letzten Jahrzehnte darstellen.



