20. Mecklenburger Grünkohlessen: Politik und Tourismus im Dialog über Zukunft
20. Grünkohlessen: Politik und Tourismus im Dialog

20. Mecklenburger Grünkohlessen vereint Politik und Tourismusbranche

Im Schlosshotel Fleesensee in Göhren-Lebbin fand das 20. Mecklenburger Grünkohlessen statt, bei dem rund 40 Kilogramm Grünkohl und weitere kulinarische Spezialitäten serviert wurden. Diese traditionelle Veranstaltung bietet seit zwei Jahrzehnten eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Politik und der Gastro- sowie Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern.

Prominente Gäste und politische Botschaften

Der Einladung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Mecklenburg-Vorpommern, des Golfverbands MV und des Schlosshotels folgten zahlreiche hochrangige Politiker. Neben Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Landtagspräsidentin Birgit Hesse (beide SPD) waren auch weitere Kabinettsmitglieder anwesend. In ihren Grußworten betonten beide Politikerinnen die enorme wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für das Bundesland.

Schwesig verwies darauf, dass der Tourismus mit 32 Millionen Gästeübernachtungen im Jahr 2025 wieder an die erfolgreichen Vor-Coronajahre anknüpfen konnte. Allerdings wies sie auch auf ein zentrales Defizit hin: „Wir brauchen mehr internationale Gäste“, forderte sie und unterstrich damit, dass Mecklenburg-Vorpommern bei ausländischen Besuchern noch erhebliches Potenzial habe.

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Tourismus als Motor für Weltoffenheit und Wirtschaft

Rüdiger Born, Präsident des Golfverbands Mecklenburg-Vorpommern, unterstützte diese Forderung nach internationaleren Gästen. Er wies darauf hin, dass der Golf-Tourismus mit etwa 18.000 Mitgliedern, einem hohen Anteil auswärtiger und internationaler Besucher sowie über 1100 Arbeitsplätzen erheblich zur regionalen Wertschöpfung beiträgt. Vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl äußerte Born zudem die Hoffnung auf eine „stabile, demokratische Regierung“.

Noch deutlicher wurde Lars Schwarz, Präsident des Dehoga Mecklenburg-Vorpommern. Er erklärte, dass keine andere Branche im Land so sehr für Weltoffenheit, Toleranz und Internationalität stehe wie der Tourismus. „Hass und Hetze, Schwarzmalerei und das Schüren von Ängsten bringen uns nicht weiter. Wir sind die Branche der Vielfalt“, betonte Schwarz und verwies dabei auch auf den hohen Anteil ausländischer Mitarbeiter im Gastgewerbe.

Politische Erfolge und Forderungen

Schwarz lobte in diesem Zusammenhang die erfolgreiche Durchsetzung der reduzierten Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent, die dank des Engagements von Ministerpräsidentin Schwesig erreicht wurde. „Politik kann nicht alles versprechen, aber wenn sie etwas verspricht, dann muss es eingehalten werden“, kommentierte Schwesig diese Entwicklung. Die Steuerreduzierung war bereits während der Coronajahre eingeführt worden, wurde dann aber zeitweise zurückgenommen, bevor sie nun erneut durchgesetzt werden konnte.

Kulinarische Höhepunkte und Nachwuchsgewinnung

Neben den politischen Diskussionen standen natürlich auch kulinarische Genüsse im Mittelpunkt des Abends. Auf den Tellern der Gäste fanden sich neben dem traditionellen Grünkohl aus der Landwirtschaft Fleesensee auch Lachs, Pinkel- und Rauchwurst sowie gebratene Süßkartoffeln.

Ein besonderes Highlight war der Gastro-Burner-Foodtruck, ein Projekt des Dehoga MV zur Nachwuchsgewinnung für Berufe in der Gastronomie. Die Köche Ole Schramm und Andreas Voigt nutzten die Gelegenheit, Ministerpräsidentin Schwesig ihr Projekt vorzustellen, mit dem sie an Schulen und bei Messen Berufsorientierung bieten. „Es war ein angenehmes Gespräch“, resümierte Schramm nach dem Treffen mit der Regierungschefin.

Das 20. Mecklenburger Grünkohlessen hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der regelmäßige Austausch zwischen Politik und Tourismusbranche für die wirtschaftliche Entwicklung der Region ist. Während die Branche mit 32 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 bereits beeindruckende Zahlen vorweisen kann, bleibt die Steigerung des internationalen Gästeanteils eine zentrale Herausforderung für die Zukunft.

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