Das 20. Jubiläum des Lenzener Pflanz- und Topftages war ein voller Erfolg. Bei sommerlichem Wetter gerieten Hobby-Gärtner an den Ständen in einen regelrechten Kaufrausch. Tütenweise wurden Gemüsepflanzen, Kräuter und mehr davongeschleppt. Besonders beliebt war das Sibirische Birnchen. Die süße Cocktailtomate hat sich längst von einem Geheimtipp zum Standard fürs heimische Gewächshaus oder Beet entwickelt. Kein Wunder, dass die Pflanzen bereits nach nicht mal einer Stunde komplett ausverkauft waren.
Große Auswahl an regionalen Waren
Doch nicht nur für den grünen Daumen gab es einiges zu entdecken. Auch verschiedene Töpfereien und Keramiker aus der Region stellten ihre selbst gefertigten Waren aus und boten sie zum Kauf an. Von Tellern über Tassen bis zu Eierbechern und Waschbecken gab es eine große Auswahl. Auch Holzgeschirr und Korbwaren wurden feilgeboten. Am Stand von Sandra Rothe aus Ruchow wurden Keramik-Fans fündig.
Bis in den Nachmittag hinein strömten zahlreiche Besucher in das kleine Lenzen mit seinen rund 20 Einwohnern. Einmal im Jahr sind hier deutlich mehr Gäste als Einheimische im Dorf zu treffen. Mit dem Parkplatz in einiger Entfernung findet man sich mitten im ländlichen Idyll wieder. Mit viel Musik und einem großen kulinarischen Angebot ist es ein schönes Fest im Grünen, das sich bereits von Anfang an als echter Besuchermagnet entpuppt, wie Birgit Hasse weiß. Sie ist bereits seit 21 Jahren mit der Planung und Organisation des Pflanz- und Topftages in Lenzen betraut.
Aus der ursprünglichen Idee eines Dorffestes wurde eine Veranstaltung, die bereits seit dem Start 2006 über die Dorfgrenzen hinaus bekannt ist. „Das Regionale ist uns dabei sehr wichtig“, betont Birgit Hasse, die selbst Porzellangeschirr in Lenzen fertigt und verkauft. Der Bezug zur Region kommt bei den Besuchern an. An den Ständen bilden sich nicht nur in der Mittags- und Kaffeezeit teils lange Schlangen. Das Interesse an den heimischen Produkten ist groß. „Es gibt viele interessante Sachen zu entdecken, und alle sind so schön gelassen“, freut sie sich.
Ein entschleunigender Ausflug ins Dorfidyll
Tatsächlich wirkt der Ausflug nach Lenzen entschleunigend. Dafür muss im Vorfeld viel Organisatorisches geklärt werden, von amtlichen Anmeldungen über Versicherungen bis zum Parkplatzdienst. Doch die Mühe lohnt sich, wie sich auch an diesem Freitag zeigt. „Die Leute lieben es, hier zu entspannen und ihre Pflanzen und Pötte zu kaufen“, macht Birgit Hasse einen Aspekt des Erfolgs aus. Die Live-Band ließ die Besucher schwofen oder zumindest zur Musik mitwippen.
Neben Wildschweinbraten, Wurst und regionalen Backwaren waren in der Hitze vor allem Getränke gefragt. Italienische Weine, Rotbier oder Limonade brachten entsprechende Abkühlung. Für noch mehr Erfrischung sorgte „Einmal Eis“. Das handgemachte Eis aus Baumgarten gab es in den klassischen Geschmacksrichtungen Vanille und Schoko, aber auch etwas exotischer als Kürbiskern-Variante. Egal, ob auf den Holzbänken unter dem Pavillon oder auf der Liegewiese im Freien, jeder fand sein Plätzchen zum Genießen und Verweilen.
Wer etwas erleben oder aktiv sein wollte, konnte an einer halbstündigen Treckerfahrt übers Land teilnehmen, einen Nistkasten am Stand des Naturparks Sternberger Seenland bauen oder einfach zur Gute-Laune-Musik mitwippen. Alternativ ging es übers Feld zu einem kleinen Spaziergang. Es war ein rundum gelungener Tag, der zum Entspannen und Entdecken einlud. Inklusive der unermesslichen Freude darüber, dass man doch noch ein Sibirisches Birnchen für den eigenen Garten ergattern konnte.



