Mit dem Wonnemonat Mai startet in Jarmen eine neue gastronomische Ära. Denn pünktlich zum Feiertag nimmt nach gut einem Jahrzehnt Pause das Restaurant im Hotel „Zum Brunnen“ seinen Betrieb wieder auf. Die Gastgeber Thomas und Peggy Kuhnke setzen dabei auf eine ungewöhnliche Speisekarte, die amerikanisch inspiriert ist.
Von Florida nach Vorpommern: Die Idee hinter dem neuen Konzept
Den Ausschlag für das neue Konzept gab die jährliche Familienreise des Paares nach Florida. Neben der Landschaft und der US-Mentalität begeisterte sie dort auch das Essen – insbesondere die Experimentierfreude mit Rindersteaks und Burgern. „Das lässt sich natürlich nicht eins zu eins auf die vorpommersche Provinz übertragen“, erklärt das Paar. Ihr Ziel sei eine überschaubare Speisekarte mit festen Gerichten, die in der Regel mindestens einen ausgefallenen Bestandteil enthalten oder von der Aufmachung her ungewöhnlich wirken.
Kulinarische Highlights: Von Zwiebelblume bis Burger Bowl
Küchenchef Thomas Kuhnke präsentiert als Vorspeise eine knusprige Zwiebelblume, als sättigendes Hauptgericht die Burger Bowl mit einem Fleischbratling auf Pommes frites. Auch Lachs und Steaks gehören zum Angebot – letzteres beispielsweise an gebackener Süßkartoffel mit Butter, Zimt und Zucker. Für weniger Experimentierfreudige oder als Alternative für Kinder gibt es Pizza als Standardvariante oder mit individuell wählbarem Belag. Ganz amerikanisch geben sich die Wirtsleute bei den Softgetränken: „Da drüben bezahlt man einmal für das Glas und bekommt dann bei Bedarf kostenlos nachgefüllt. Das werden wir so auch machen.“
Geschichte des Hotels „Zum Brunnen“
Das Hotel an der innerstädtischen Ortsdurchfahrt schräg gegenüber vom Jarmener Busbahnhof wurde 1992 errichtet. Seinen Namen verdankt es einem alten Wasserspeicher, der damals im Untergrund zu Tage kam und als besonderes Interieur im Speisesaal integriert wurde. Besitzer und Betreiber wechselten mehrmals, begleitet von Zwangsversteigerungen und vorübergehenden Schließungen. Seit 2010 haben Thomas und Peggy Kuhnke das Sagen – erst als Pächter, inzwischen als Eigentümer.
Wiederbelebung nach zehn Jahren Pause
Aus privaten Gründen stellten sie vor rund zehn Jahren den öffentlichen Ausschank ein. Die Beherbergung lief jedoch immer weiter. Vier Einzel- und sieben Doppelzimmer stehen zur Verfügung; zwei der Doppelzimmer lassen sich mit Aufbettungen zum Vierer-Familiendomizil umwandeln. Hauptsächlich kehrten Handwerker und Monteure ein, aber auch Touristen, oft mit dem Fahrrad oder Boot. Wenn der Wunsch und die Gelegenheit zusammenpassten, wurde für die Gäste auch schon mal zum Abend gekocht – aber das war bisher die Ausnahme.
Räume für Feiern und neue Öffnungszeiten
Das Paar bietet auch Party-Buffets samt Festzelt und Hüpfburg an und stellt die Räumlichkeiten für Familien- und Trauerfeiern zur Verfügung. „Aber das hat abgenommen, weil viele nach der Schließung gedacht haben, dass ganz zu ist“, bedauern sie. Dieser Eindruck dürfte ab Mai passé sein, wenn das Restaurant wieder zur Geltung kommt. Zunächst öffnet es von Donnerstag bis Samstag jeweils zwischen 17 und 20 Uhr. „Aber wir werden natürlich keinen hinausschmeißen, der etwas länger sitzen will“, verspricht Thomas Kuhnke.
Herausforderung Personalmangel
Wenn das Geschäft gut läuft, sei eine Ausweitung des Betriebs denkbar – vorausgesetzt, es findet sich Personal als Unterstützung bei Service und Küche. Denn gegenwärtig machen die Wirtsleute alles selbst, abgesehen von der Hilfe durch ihren elfjährigen Sohn Moritz.



