US-Notenbank hält Leitzins stabil – Fokus auf Nachfolge Powells
Fed belässt Leitzins – Spannung um Powells Nachfolge

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins angesichts der anhaltenden Energiekrise und der Inflationssorgen infolge des Iran-Krieges unverändert gelassen. Eine Mehrheit des Zentralbankrates stimmte dafür, den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent beizubehalten. Diese Entscheidung überraschte die Märkte nicht, da die wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin hoch sind.

Blick auf die Nachfolge von Jerome Powell

Alle Augen richten sich nun auf den möglichen Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell. US-Präsident Donald Trump hat Kevin Warsh als Kandidaten vorgeschlagen, und dieser wurde kürzlich vom Bankenausschuss des Senats bestätigt. Der gesamte Senat muss noch grünes Licht geben. Experten befürchten, dass die Fed unter Warsh an Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit verlieren könnte, da Trump offen Einfluss auf die Geldpolitik nehmen möchte.

Jerome Powell selbst hat angedeutet, dass er sich vorstellen könnte, das Amt zumindest zeitweise weiterzuführen, falls die Nachfolge bis Mitte Mai nicht geklärt ist. Ob er danach als normales Vorstandsmitglied in der Fed bleibt, ist jedoch ungewiss. Die politischen Angriffe Trumps auf Powell haben die Diskussion um die Unabhängigkeit der Notenbank weiter angeheizt.

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Zinspause und Inflationserwartungen

Die Fed hatte im Jahr 2025 den Leitzins dreimal um jeweils 25 Basispunkte gesenkt, um den Arbeitsmarkt zu stützen. Bei den ersten beiden Sitzungen dieses Jahres legte sie dann Pausen ein. Angesichts der unsicheren Weltlage und der hohen Inflation rücken weitere Zinssenkungen in weite Ferne. Die Fed hat ihre Inflationserwartungen für das laufende Jahr von 2,4 auf 2,7 Prozent angehoben, was deutlich über ihrem Zwei-Prozent-Ziel liegt.

„Der Ölpreisschock lässt keine andere Wahl“, kommentierte Lena Dröger vom Kiel Institut für Weltwirtschaft die Entscheidung. Ökonomen erwarten, dass es im Jahresverlauf maximal noch zu einer Lockerung um 25 Basispunkte auf 3,25 bis 3,5 Prozent kommen könnte. Entscheidend wird sein, wie sich die Lage im Iran entwickelt und welche Rolle Kevin Warsh spielt.

Politische Einflussnahme befürchtet

Ökonomen befürchten, dass Trump über Warsh erheblichen Einfluss auf die Geldpolitik nehmen könnte. Trump hatte klargemacht, dass er Warsh vorgeschlagen hat, weil dieser Zinserhöhungen ablehnt. Warsh gilt als lautstarker Kritiker der Notenbank und ist auch auf Powell nicht gut zu sprechen. „Gerade bei steigender Inflation sind Glaubwürdigkeit und Erwartungsteuerung der Fed entscheidend“, warnte Stephan Bales von der Förderbank KfW.

Die Ermittlungen gegen Powell wegen angeblich ausufernder Renovierungskosten an einem Fed-Gebäude wurden eingestellt, was die Chancen für eine reibungslose Nachfolge verbessert hat. Republikanische Senatoren wie Thom Tillis hatten zuvor auf eine vollständige Aufklärung bestanden.

Ausblick auf die EZB

Ein Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) wird am Donnerstag erwartet. Dabei dürfte die Notenbank den Einlagenzins erneut bei 2,0 Prozent belassen. Der Iran-Krieg hat die Inflation im Euroraum auf 2,6 Prozent im März getrieben, weit über das mittelfristige Inflationsziel der EZB von 2,0 Prozent. Ökonomen gehen davon aus, dass die EZB weitere Daten abwartet, um die Folgen des Konflikts besser beurteilen zu können.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat betont, dass die Notenbank notfalls bereit wäre zu handeln. Der Krieg im Nahen Osten werde sich kurzfristig durch höhere Energiepreise erheblich auf die Inflation auswirken. Allerdings würden höhere Zinsen Kredite für Firmen und Verbraucher verteuern und die Wirtschaft belasten. Die EZB steckt in einer Zwickmühle: Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung könnten die Konjunktur abwürgen.

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