Jobcenter-Insider haben gegenüber BILD fünf dreiste Maschen enthüllt, mit denen Bürgergeld-Empfänger das System betrügen. Die Tricks gehen zulasten der ehrlichen Steuerzahler. BILD sprach mit mehreren aktiven und ehemaligen Mitarbeitern von Jobcentern, die die Methoden aus dem Berufsalltag kennen.
Die fünf häufigsten Betrugsmaschen
Die Insider berichten von immer wiederkehrenden Mustern, mit denen Leistungsempfänger versuchen, mehr Geld zu kassieren, als ihnen zusteht. Besonders dreist: Viele der Betrüger gehen dabei äußerst professionell vor.
Masche 1: Nicht gemeldete Nebeneinkünfte
Viele Bezieher von Bürgergeld arbeiten schwarz oder haben geringfügige Beschäftigungen, die sie nicht angeben. So kassieren sie doppelt: das staatliche Bürgergeld und das Einkommen aus illegaler Arbeit.
Masche 2: Vorgetäuschte Bedürftigkeit
Einige Empfänger geben Vermögen oder Ersparnisse nicht an, um weiterhin Anspruch auf die volle Unterstützung zu haben. Sie verstecken Geld bei Verwandten oder auf Konten im Ausland.
Masche 3: Schein-Adressen
Um höhere Mietkosten abzurechnen, geben Betrüger eine teurere Wohnung als tatsächlich bewohnt an. Oder sie melden sich an einer Adresse an, die sie gar nicht nutzen, um mehr Geld für Unterkunft und Heizung zu erhalten.
Masche 4: Gefälschte Bedarfsgemeinschaften
Manche geben an, mit einem Partner zusammenzuleben, obwohl dies nicht der Fall ist. So entstehen höhere Regelsätze. Andere wiederum geben fälschlich an, alleinstehend zu sein, um den vollen Satz zu kassieren.
Masche 5: Arbeitsunfähigkeit vortäuschen
Mit gefälschten ärztlichen Attesten oder vorgetäuschten Krankheiten versuchen Empfänger, sich von der Arbeitsvermittlung freistellen zu lassen. Sie erhalten dann weiter Bürgergeld, ohne Vermittlungsbemühungen nachkommen zu müssen.
Die Jobcenter-Mitarbeiter betonen, dass solche Betrugsfälle zwar geahndet werden, aber oft schwer nachzuweisen sind. Die Dunkelziffer sei hoch. Mit BILDplus lesen Sie die detaillierten Schilderungen der Insider zu den dreistesten Abzock-Tricks.



