Condor zieht 2027 in Frankfurts Terminal 3: Endgültige Trennung von Lufthansa
Die Fluggesellschaft Condor geht am Frankfurter Flughafen auf klare Distanz zum ehemaligen Partner Lufthansa. Wie Condor und der Flughafenbetreiber Fraport gemeinsam mitteilten, wird die Airline im Sommer 2027 in das neu errichtete Terminal 3 umziehen. Bislang war Condor gemeinsam mit Lufthansa im Terminal 1 untergebracht, was vor allem schnelle Umstiege für Passagiere ermöglichen sollte.
Hintergrund des Zerwürfnisses
Diese Zusammenarbeit ist nach einem tiefen Zerwürfnis zwischen den beiden Airlines nicht mehr notwendig. Während der Corona-Krise hatte Lufthansa mit Discover einen eigenen Ferienflieger gegründet und sich geweigert, Condor-Passagiere weiterhin zu Vorzugskonditionen ans Drehkreuz Frankfurt zu fliegen. Ein entsprechendes Abkommen wurde bereits 2020 gekündigt, wurde aber nach zahlreichen juristischen Auseinandersetzungen bis Ende 2024 noch befolgt.
Eigenständiges Drehkreuz etabliert
Condor hat inzwischen ein eigenes Zubringernetz zu anderen deutschen und europäischen Flughäfen aufgebaut und betreibt in Frankfurt ein eigenes kleines Drehkreuz. „Das moderne Umfeld des T3 bietet ideale Voraussetzungen für weiteres Wachstum, operative Stabilität und ein hochwertiges Reiseerlebnis für unsere Gäste“, erklärte Airline-Chef Peter Gerber. Laut Gerber kommen immer weniger Condor-Langstreckengäste mit Lufthansa-Flügen von und nach Frankfurt. Früher seien es mehr als 20 Prozent gewesen.
Wichtige Fakten zum Umzug
- Die einstige Lufthansa-Tochter gehört mehrheitlich dem britischen Finanzinvestor Attestor
- Condor ist mit rund 60 Flugzeugen zweitgrößter Kunde am Flughafen Frankfurt
- Das rund vier Milliarden Euro teure Terminal 3 soll bereits in diesem April eröffnet werden
- Schnelle Umstiege zu Flügen am Terminal 1 sind zunächst technisch nicht möglich
Der Umzug markiert somit nicht nur einen logistischen Wechsel, sondern symbolisiert die vollständige Unabhängigkeit Condors von seinem früheren Mutterkonzern Lufthansa. Die Airline positioniert sich damit klar als eigenständiger Player im deutschen Luftverkehrsmarkt.



