Fabian Förster isst „unfassbar gerne“ Currywurst. Als er mit seiner deutsch-amerikanischen Frau nach Nairobi zog, hatte er ein Problem: Die Kenianer lieben zwar gegrilltes Fleisch – Nyama Choma –, doch die Currywurst war völlig unbekannt. Vor knapp einem Jahr eröffnete Förster daher „Dieters Grill“, einen kleinen Imbiss in der kenianischen Hauptstadt.
Ein kulinarisches Denkmal für den Opa
Namensgeber des Restaurants ist Försters verstorbener Großvater Dieter. „Den hätte man mit der Currywurst hier auch sehr, sehr glücklich machen können“, sagt der in Lippe aufgewachsene Westfale. Ein klassischer deutscher Name wie Dieter passe zudem perfekt zu seiner Bude. Die Familie stimmte der Namensgebung zu.
Seit der Eröffnung hat sich viel verändert: Die Wurst wird nun selbst hergestellt – ein befreundeter Metzger verriet sein Rezept. So schmeckt die Currywurst nach Heimat, nicht nur in „Dieters Grill“.
Herausforderungen der kenianischen Esskultur
In Kenia ist das deutsche Imbisskonzept kaum bekannt. Am Tresen zu stehen und auf der Hand eine Currywurst oder ein Schnitzelbrötchen zu essen, ist in Nairobi unüblich. Wer es sich leisten kann, geht lieber in ein Restaurant. Daher setzt Förster auf Lieferdienste: Er liefert Essen nach Hause oder in Büros, bietet Catering für Veranstaltungen und beliefert Restaurants, Lodges und Safariunternehmen. „Das läuft gerade sehr gut an, weil wir ein Alleinstellungsmerkmal mit der Qualität haben“, sagt er. An der Küste und in Nanyuki gibt es bereits Orte, die seine Wurst verkaufen.
Ein weiterer Deutscher in Nairobi
Arjun Malhotra aus Dorsten hat ebenfalls seine deutsche Vorliebe zum Beruf gemacht: Seit 2023 betreibt er den Biergarten „Crafty Chameleon“ mit einer Craftbeer-Brauerei. Er braut nach deutschem Reinheitsgebot, das Malz stammt aus Bamberg – selbst eine bayerische Wirtschaftsdelegation zeigte sich begeistert.
Mit seiner Currywurst-Bude hat Fabian Förster seinem Opa ein bleibendes kulinarisches Denkmal gesetzt – und den Kenianern eine neue Spezialität nähergebracht.



