Traumurlaub in Dubai endet mit Angst und Tränen: Deutsche Passagierin schildert dramatische Rückkehr
Kathleen Grams und ihr Partner Dieter hatten sich auf einen erholsamen Urlaub gefreut, doch stattdessen erlebten sie eine krisenhafte Odyssee. Das Paar aus Würselen bei Aachen verbrachte zunächst eine Kreuzfahrt auf der „Mein Schiff 5“ und plante anschließend drei entspannte Tage in Dubai. Doch ihre Rückreise am 1. März entwickelte sich zu einem Albtraum voller Unsicherheit und Angst.
Raketen am Himmel und gefälschte Social-Media-Inhalte
Die 48-jährige Kosmetiksaloninhaberin, die in Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern aufwuchs, erlebte während ihres Aufenthalts direkte Auswirkungen regionaler Spannungen. „Wir haben hautnah miterlebt, wie Feuerbälle vom Himmel herabfielen und Rauch von einem Hotel aufstieg“, berichtete Grams. Die ständigen Alarme und Abschüsse belasteten das Paar schwer. Besonders enttäuscht zeigte sie sich von gefälschten Fotos und Videos in sozialen Medien, die die Situation dramatisieren und vermarkten würden.
„Es macht mich sehr traurig, was einige Menschen aus dieser ernsten Situation machen“, erklärte die Deutsche. Selbst der Warntag-Alarm in ihrer Heimatstadt Würselen löste bei ihr Erinnerungen an die beängstigenden Erlebnisse aus.
Flugstornierungen und improvisierte Lösungen
Die ursprünglich mit Turkish Airlines gebuchte Rückreise wurde einen Tag vor Abflug storniert. Glücklicherweise konnte der Sohn ihres Partners von Deutschland aus einen Ersatzflug mit Emirates buchen – eine Entscheidung, die sich als rettend erweisen sollte, da Turkish Airlines bis heute nicht wieder nach Dubai fliegt.
Auch der Emirates-Flug verlief nicht reibungslos: Mehrmals wurde die gebuchte Verbindung abgesagt, mit wechselnden Zielflughäfen zwischen Düsseldorf und Brüssel. Emirates setzte jedoch zwei Mitarbeiter im Hotel ein, um gestrandeten Passagieren bei Umbuchungen zu helfen, da die Online-Systeme überlastet waren.
Hotelwechsel und zusätzliche Kosten
Aus Sicherheitsbedenken verließen Grams und ihr Partner ihr Hotel auf Palm Island, das nur über eine Brücke oder einen Tunnel erreichbar war. „Wir hatten Angst, vielleicht nicht mehr wegzukommen“, begründete die Deutsche den Umzug in ein Hotel näher am Flughafen und bei ihren ebenfalls gestrandeten Freunden.
Während das Hotelpersonal entgegenkommend war und tägliche Zimmerverlängerungen ermöglichte, musste das Paar die zusätzlichen Hotelkosten und den Emirates-Flug selbst tragen. Turkish Airlines erstattete lediglich die Kosten für den stornierten Flug. Ihre Freunde, die über einen Reiseveranstalter gebucht hatten, erhielten dagegen volle Kostenerstattung durch Emirates.
Angst und Tränen am Flughafen und im Flugzeug
Die Bestätigung des Fluges nach Frankfurt am 5. März brachte zunächst Erleichterung, doch am Flughafen herrschte eine gespannte Atmosphäre. Fast alle Geschäfte waren geschlossen, und nur Passagiere mit bestätigten Flügen durften das Gebäude betreten. Während Grams und ihr Partner problemlos einchecken konnten, mussten ihre Freunde eineinhalb Stunden vor dem Schalter warten, da ihr Reisebüro den Flug storniert und das Geld zurückgezahlt hatte.
Im Flugzeug flossen bei vielen Passagieren die Tränen, als die Nerven blank lagen. Kurz vor dem Start verzögerte eine Durchsage über Angriffe den Abflug um 90 Minuten. Ein gesundheitlicher Zwischenfall, der einen Arzt an Bord erforderte, und eine Passagierin, die das Flugzeug verlassen musste, sorgten für zusätzliche Unruhe.
Erleichterung nach der Landung in Frankfurt
„Die ersten zwei Stunden im Flug waren alle sehr angespannt. Es war wirklich beängstigend“, erinnerte sich Grams. Als die Maschine schließlich in Frankfurt landete, war die Erleichterung groß. Eine Freundin in Ueckermünde hatte den Flug per Radar verfolgt und Grams‘ Mutter ständig auf dem Laufenden gehalten.
Auch am Frankfurter Flughafen gab es Herausforderungen: Die Zollabfertigung verzögerte sich durch technische Probleme und zu wenige geöffnete Schalter. Doch als der Sohn das Paar abholte und sie gemeinsam nach Hause fuhren, ließ die Anspannung endlich nach.
Nachwirkungen und Dankbarkeit
Rückblickend ist Grams dankbar für den Zusammenhalt mit ihren Freunden während der schwierigen Tage. „Unsere Nerven lagen bei uns allen blank. Das gemeinsame Durchstehen verbindet uns noch stärker“, sagte sie. Über zukünftige Urlaubsreisen möchte sie momentan nicht nachdenken, obwohl ihr reisebegeisterter Partner bereits neue Pläne schmiedet.
„Ich bin sehr froh, wieder zu Hause zu sein, meine Kunden zu treffen und den Alltag zu haben“, resümierte die Deutsche. Die Erfahrung habe ihr gezeigt, wie wichtig die Unterstützung durch Freunde und Familie in Krisensituationen ist.



