Nahost-Krise löst massive Reisebeeinträchtigungen aus
Die aktuellen Militärangriffe im Iran haben erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Reiseverkehr. Mehrere Staaten haben ihren Luftraum teilweise geschlossen oder zeitweise stark eingeschränkt, was zu zahlreichen Flugstreichungen und Umleitungen führt. Auch deutsche Kreuzfahrtanbieter sind von der angespannten Sicherheitslage betroffen.
Airlies streichen zahlreiche Verbindungen
Am Morgen musste eine Condor-Maschine den Flug von Stuttgart nach Dubai wegen der militärischen Konflikte abbrechen. Laut einer Sprecherin sind auch Condor-Flüge von Berlin nach Dubai bis auf Weiteres ausgesetzt. Andere Flüge seien zum jetzigen Zeitpunkt nicht betroffen.
Die Lufthansa hat bis zum 7. März alle Flüge nach Tel Aviv, Teheran, Beirut, Amman und Erbil annulliert. Bis einschließlich Sonntag wurden zusätzlich alle Flüge von und nach Dubai sowie Abu Dhabi gestrichen. Air France strich für Samstag alle Flüge nach Tel Aviv und Beirut, während Swiss sämtliche Verbindungen nach Tel Aviv bis einschließlich 7. März annullierte.
Die Billigfluglinie Wizz Air erklärte in einer Pressemitteilung, dass sämtliche Flüge von und nach Israel, Dubai, Abu Dhabi und Amman mit sofortiger Wirkung ausgesetzt werden. Diese Regelung gilt ebenfalls bis zum 7. März. Am Flughafen in Dubai sind bereits tausende Reisende gestrandet.
Kreuzfahrtschiffe im Krisengebiet
Auch Kreuzfahrturlauber sind von der Nahost-Krise betroffen. Die Mein Schiff 4 und die Mein Schiff 5 von TUI Cruises befinden sich aktuell nahe der Angriffe auf die US-Basen in Abu Dhabi und Katar. Beide Schiffe haben die ersten Angriffswellen ohne Schäden überstanden, berichten die Kieler Nachrichten. Der Landgang sei auf beiden Schiffen für die Passagiere aus Sicherheitsgründen untersagt worden.
Im Hafen von Dubai liegt derzeit die MSC Euribia. Hier soll am Samstagnachmittag das Donnern der Raketenabwehr zu hören gewesen sein. Vom Pool eines Hotel-Resorts aus filmten Touristen die Abfangversuche iranischer Raketen. Wie es mit den Kreuzfahrtschiffen weitergehen wird, ist noch offen. Bei der MS 5 sollen noch am Sonntag in Katar eigentlich über 2000 Passagiere von Bord gehen und neue aus Deutschland anreisen. Bei der MS 4 steht der Reisewechsel ebenfalls am Sonntag in Dubai an.
Wichtige Informationen für Urlauber
Das Auswärtige Amt spricht von einer äußerst volatilen Sicherheitslage. Konkret rät die Behörde von Reisen nach Israel dringend ab. Grundsätzlich gilt: Pauschalurlauber können Reisen kostenfrei stornieren, wenn am Reiseziel oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Reise oder die Beförderung von Personen an den Zielort erheblich beeinträchtigen oder unmöglich machen. Dazu zählen etwa Kriege, bewaffnete Konflikte oder flächendeckende politische Unruhen.
Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts ist ein starkes Indiz für solche Umstände, sodass die Pauschalreise in der Regel kostenlos storniert werden kann und man den gezahlten Reisepreis zurückerhält. Oder eine kostenlose Umbuchung möglich ist.
Wer Flug und Hotel separat gebucht hat, trägt ein höheres Risiko. Wird nur der Flug gestrichen, bleibt ein separat gebuchtes Hotel grundsätzlich bestehen. Ein automatisches Rücktrittsrecht wie bei der Pauschalreise gibt es nicht. Allerdings können Sie mit dem Hotelier oder Vermieter einen späteren Zeitpunkt vereinbaren, wenn eine Reise wieder ungefährlicher geworden ist.
Rechte bei Flugannullierungen
Wird ein Flug annulliert, haben Passagiere Anspruch auf vollständige Erstattung oder eine kostenlose Umbuchung. Eine zusätzliche Ausgleichszahlung zwischen 250 und 600 Euro ist jedoch in der Regel ausgeschlossen, wenn die Annullierung auf außergewöhnliche Umstände wie militärische Konflikte oder Luftraumsperrungen zurückgeht.



