Kurtaxen-Explosion an der Ostsee: Urlauber zahlen bis zu doppelt so viel
Kurtaxen-Explosion: Ostsee-Urlauber zahlen doppelt

Kurtaxen-Explosion an der Ostsee: Urlauber zahlen bis zu doppelt so viel

Die malerischen Landschaften und attraktiven Urlaubsangebote machen Mecklenburg-Vorpommern und die Ostseeküste bei Reisenden äußerst beliebt. Die Kommunen und Tourismusverbände nutzen die Einnahmen aus der Kurtaxe, um diese touristischen Juwelen zu erhalten und kontinuierlich zu pflegen. In seiner jüngsten umfassenden Analyse hat HolidayCheck verschiedene Entwicklungen bei den Kurtaxen detailliert untersucht. Diese signifikanten Veränderungen betreffen insbesondere Mecklenburg-Vorpommern und die gesamte Ostseeküste.

Steigerungen um bis zu 100 Prozent

Die stark frequentierten Ostseeorte gehören zu mehr als 390 deutschen Gemeinden, die HolidayCheck in seiner Studie berücksichtigt hat. Dabei stellten die Reiseexperten in vielen Fällen eine deutliche Erhöhung der Gebühren fest. In zahlreichen Orten sind die Gästebeiträge im Jahr 2026 erheblich gestiegen, teilweise verdoppelt sich der Betrag sogar.

Als konkrete Beispiele nennt HolidayCheck Zingst, wo der Beitrag von 2,30 Euro auf 3,00 Euro stieg, sowie Trassenheide mit einer Erhöhung von 2,80 Euro auf 3,90 Euro. Auch in Sassnitz erhöhte sich der Betrag von 1,50 Euro auf 3,00 Euro, in Heiligendamm (Stadt Bad Doberan) von 2,00 Euro auf 2,50 Euro, in Heringsdorf von 3,30 Euro auf 3,70 Euro, in Karlshagen von 2,80 Euro auf 3,05 Euro und in Zempin von 3,65 Euro auf 3,70 Euro.

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Aber auch an der Nordseeküste bleiben die Kurabgaben auf hohem Niveau. Auf Spiekeroog erhebt die Gemeinde in der Hauptsaison von März bis Ende Oktober mit 5,50 Euro pro Übernachtung die höchste Saison-Kurtaxe im gesamten Bundesgebiet.

Wofür die Kurtaxen verwendet werden

Die Kurtaxen in Mecklenburg-Vorpommern und entlang der Ostseeküste sind keineswegs nur lästige Zuschläge für Urlauber. Sie werden systematisch zur Finanzierung und Erhaltung der touristischen Infrastruktur eingesetzt. Die Gemeinden und zuständigen Behörden verwenden die Einnahmen aus den Kurtaxen, um Strände und Parks zu pflegen, Kulturveranstaltungen zu organisieren und die allgemeine Lebensqualität für Einheimische und Reisende nachhaltig zu sichern.

Ausnahmen: Orte mit Senkungen

Zu den wenigen Orten, in denen die sogenannte „Zwangsgebühr“ nicht steigt, sondern sogar sinkt, gehört Zinnowitz auf Usedom. Dort senkte die Gemeinde die Kurtaxe um etwa 11,9 Prozent, sodass sie nun bei 3,70 Euro liegt. Grund für diese ungewöhnliche Entscheidung ist die Trennung des Busverkehrs der UBB von den Kurtaxen, wodurch die Kosten jetzt separat abgerechnet werden.

Auch in Waren (Müritz) reduzierte die Stadtverwaltung die Kurtaxe, um ihre Attraktivität zu steigern und die Bedürfnisse der Gäste besser zu berücksichtigen. Sie senkte den Betrag von 2,70 Euro auf 2,50 Euro pro Nacht in der Hauptsaison, in der Nebensaison sind es nur noch 2 Euro. Auch Tagesgäste müssen nur noch 1,50 Euro statt 1,80 Euro zahlen, in der Nebensaison sogar nur 1 Euro. Mit solchen gezielten Maßnahmen wollen die Verantwortlichen den Tourismus in der Region beleben und den Zugang für Urlauber spürbar erleichtern.

Prozentuale Bettensteuer als Alternative

Während vielerorts die Kurtaxe unabhängig vom Übernachtungspreis mit einem Festbetrag berechnet wird, setzen immer mehr Städte auf eine prozentuale Abgabe. Besonders die größeren Städte nutzen die sogenannte Bettensteuer, also einen prozentualen Anteil am Übernachtungspreis, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen.

Der Begriff trifft es gut, auch wenn er im weiteren Sinne nichts anderes meint als Kurtaxe oder Tourismusabgabe. Die fällige Abgabe kann also mit der Wahl eines teureren Zimmers immer höher werden. Berlin, Dortmund und Flensburg bleiben mit 7,5 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von Bonn und Schwerin, die ihren Satz von 6 und 5 Prozent auf 7 Prozent angehoben haben. In Stralsund und Wismar sind jeweils 5 Prozent fällig.

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Zusatzkosten auch in der Uckermark

Auch kleinere Gemeinden, wie das Boitzenburger Land in der Uckermark, führen Übernachtungssteuern ein. Dort müssen Urlauber seit diesem Jahr einen Euro pro Übernachtung zahlen. In der Kurstadt Templin und den Ortsteilen zahlen Gäste pro Tag zwei Euro und in der Flößerstadt Lychen zwei Euro, in der Nebensaison reduziert sich der Betrag auf 1,50 Euro. Diese Maßnahmen zeigen, dass selbst abseits der großen Küstenorte die touristische Infrastruktur finanziert werden muss.