Lufthansa und Flughafen München gestehen schwere Fehler nach Passagier-Chaosnacht ein
Lufthansa und Flughafen München gestehen Fehler nach Chaosnacht

Chaosnacht am Flughafen München: Lufthansa und Betreiber räumen Versäumnisse ein

In einer beispiellosen Nacht am Münchner Flughafen mussten Hunderte Passagiere stundenlang in ihren Flugzeugen ausharren, ohne dass die Verantwortlichen die nahegelegene Feuerwehr alarmierten. Sowohl die Lufthansa als auch der Flughafenbetreiber haben nun schwere Fehler eingeräumt und geloben Besserung für die Zukunft.

Fehlalarmierung der Rettungskräfte als Kernproblem

Laut Heiko Reitz, dem zuständigen Bereichsvorstand der Lufthansa, wurde in der vergangenen Woche falsch priorisiert und die Situation nicht eskaliert. Sechs Flüge mit insgesamt 600 Fluggästen nach Singapur, Kopenhagen, Danzig, Graz und Venedig konnten nicht starten, doch niemand veranlasste die Rückführung zum Terminal. Thomas Hoff Andersson von der Betreibergesellschaft des Flughafens spricht von einer „Verkettung mehrerer Umstände“, die zu dem Debakel führte.

Erschwerend kommt hinzu, dass 49 Feuerwehrleute und Notfalltreppen in unmittelbarer Nähe stationiert waren, aber nicht angefordert wurden. „Sie hätten alarmiert werden sollen“, gesteht Andersson ein. Da keine akute Gefahr bestand, griff der Notfallplan nicht, was er als schweres Versäumnis bezeichnet: „Wir haben das nicht gut hingekriegt.“

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Entschuldigungen und Konsequenzen

Reitz und Andersson haben sich öffentlich bei den betroffenen Passagieren und Crews entschuldigt. Die Lufthansa hat bereits angekündigt, Entschädigungen zu zahlen. Fünf der sechs Flüge gehörten zur Lufthansa-Gruppe, einer zu Air Arabia. Künftig sollen klare Vorgaben und eine engere Zusammenarbeit zwischen Flughafen und Airline solche Vorfälle verhindern.

Kritik von Gewerkschaft und Justiz

Die Feuerwehrgewerkschaft übte scharfe Kritik: Bundesvorsitzender Siegfried Maier betonte, ein Notausstieg und Transport in ein Gebäude wären möglich gewesen. Zudem hat die Staatsanwaltschaft Landshut einen Prüfvorgang eingeleitet, nachdem ein unbeteiligter Dritter über ein Kontaktformular beim Landeskriminalamt München eine Untersuchung angeregt hatte. Bislang gingen keine Anzeigen von Passagieren ein, doch die Ermittlungen laufen.

Dieser Vorfall unterstreicht die dringende Notwendigkeit verbesserter Notfallprotokolle, um Passagiere in Zukunft besser zu schützen und derartige Chaosnächte zu vermeiden.

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