München zu Fuß erkunden: Frühlingsspaziergänge trotz Streikwochenende
Bei strahlendem Frühlingswetter lässt sich München am Streikwochenende wunderbar zu Fuß erkunden. Die AZ-Lokalredaktion hat einige inspirierende Tipps für Spaziergänge zusammengestellt, die das neue Lebensgefühl unter blauem Himmel einfangen. Statt grauer Wintertage locken nun Sonnenschein und erste T-Shirt-Temperaturen, die die Lebensgeister wecken. Zwar wird es am Wochenende etwas weniger sonnig als zu Wochenbeginn, und am Sonntag sind vereinzelt Schauer möglich, doch der Frühling hat München eindeutig erreicht. Dies zeigen nicht nur die blühenden Krokusse im Englischen Garten und die Schneeglöckchen am Wegesrand, sondern auch das rege Zwitschern der Vögel und die gut besuchten Außenplätze der Gastronomie. München sehnt sich nach draußen, und trotz des Streiks im ÖPNV bis einschließlich Sonntag, 3.30 Uhr, gibt es viele Möglichkeiten, die Stadt zu Fuß zu genießen.
Allacher Lohe: Eine Oase der Ruhe im Nordwesten
Eingebettet zwischen MAN-Betriebsgelände, Autobahn und Rangierbahnhof liegt im Münchner Nordwesten die Allacher Lohe, eine einzigartige Naturoase. Fleißige Spaziergänger können in der Eggarten-Siedlung in Moosach starten und sich langsam in Richtung Westen vorarbeiten. Der Weg führt über hügelige Pfade entlang der Bahngleise mit spektakulären Aussichten, vorbei am großen See der Allacher Lohe und schließlich ins Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Hier umgibt einen schnell der Wald, und man kann die wiedererwachende Flora und Fauna in aller Ruhe beobachten. Da es keine Einkehrmöglichkeiten in direkter Nähe gibt, empfiehlt es sich, eine kleine Brotzeit mitzubringen.
Glockenbach: Historische Gräber und plätschernde Bäche
Ein Spaziergang über den Alten Südfriedhof offenbart moosbewachsene, jahrhundertealte Gräber, die von dichtem Gestrüpp umgeben sind. Während die Sonne durch die Baumwipfel scheint und die Vögel zwitschern, wandelt man buchstäblich durch die Zeit. Zum Abschluss lohnt ein Abstecher zum Westermühlbach, der parallel zur Pestalozzistraße plätschert und der Isar entspringt. Folgt man dem Bach flussaufwärts, erreicht man das Isarwerk 3 und kann den Blick über die kraftvollen Fluten schweifen lassen.
An der Würm entlang: Vom Jagdschloss zum ältesten Gasthof
Neben der Isar ist die Würm der zweite Fluss, der sich durch München zieht. Ein entspannter Spaziergang führt am Wasser entlang durch grüne Auen und ruhige Wohnstraßen direkt zum Jagdschloss Blutenburg, der einzigen erhaltenen Burg in der unmittelbaren Stadtnähe. Je nach Lust und Laune kann man in Pasing (ca. 25 Minuten), Untermenzing (30 Minuten) oder Lochham (etwa eine Stunde) starten. Nur zehn Gehminuten vom Schloss entfernt lädt der traditionsreiche Gasthof Zum Alten Wirt mit seinem schönen Biergarten zur Einkehr ein. Der 1417 urkundlich erwähnte Gasthof gilt als ältester Münchens und serviert bayerische Klassiker wie Schweinebraten oder knusprige Haxe.
Sauschütt: Waldbaden und Wildschweine in Grünwald
Das Walderlebniszentrum Sauschütt in Grünwald ist nicht nur etwas für Klischee-Grünwalder, sondern für alle Naturliebhaber. Neben Wildschweinfamilien, denen man beim Herumsuhlen zuschauen kann, bietet es ein Klanglabyrinth, einen großen Waldspielplatz und einen Klettergarten. Auf dem rund drei Kilometer langen Walderlebnispfad lernt man viel über die lokale Flora und Fauna, und am Damwildgehege gibt es einen Ausguck zur Tierbeobachtung. Das Wald-Café ist bei schönem Wetter an Wochenenden geöffnet und serviert Getränke, Snacks und frische Waffeln. Ab März gibt es regelmäßig Sonderveranstaltungen für Familien.
Isarspaziergang: Von Biergärten bis zur Kugler Alm
Ein Spaziergang an der Isar startet idealerweise hinter dem Deutschen Museum und führt direkt am Fluss entlang. Hinter dem Tierpark Hellabrunn kann man zwischen linkem und rechtem Ufer wählen, um je nach Sonnenstand Vitamin D zu tanken. Die Strecke punktet mit einer hohen Biergartendichte, darunter die Menterschwaige vor der Großhesseloher Brücke und die Waldwirtschaft danach. Für Konditionsstarke führt der Weg weiter zur Grünwalder Straße, in den Wald und entlang der Bahnlinie bis zur Kugler Alm bei Deisenhofen – etwa acht Kilometer. Die Rückfahrt ist mit der S-Bahn möglich, die trotz Streiks fährt.
Nymphenburg: Frühlingserwachen im Schlosspark
Der Nymphenburger Schlosspark bietet auch im Vorfrühling viel Naturgenuss mit Massen von Frühblühern, Enten, Gänsen und Eichhörnchen. Auf den vielen Wegen gibt es Sonne satt und zahlreiche Bänke zum Rasten. Eine große Runde startet am Rotkreuzplatz und führt den Kanal hinauf, immer auf der Sonnenseite. Optional kann man einen Abstecher in den Botanischen Garten machen oder den Park nach Süden zur S-Bahn Laim verlassen.
Westpark: Exotische Bauwerke und entspannte Spaziergänge
Der 1983 für die Internationale Gartenausstellung angelegte Westpark inspiriert mit künstlichen Hügeln, Tälern, zwei Seen und weitläufigen Wiesen zu entspannten Spaziergängen. Im westlichen Teil fallen exotische Bauwerke wie die Nepalesische Pagode, die Thailändische Sala sowie japanische und chinesische Gärten ins Auge, die gedanklich auf Fernreise schicken. Im östlichen Teil schlängelt sich der Mollsee durchs Grün und bietet hübsche Ausblicke. Zum Einkehren eignen sich das Gans am Wasser oder der Hopfengarten am BMW-Park, der bereits geöffnet hat. Der Park ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, ab Sonntag auch mit Bus, Tram oder U-Bahn.



