Flughafen München eröffnet neuen Terminal-Pier: Sechs Millionen zusätzliche Passagiere erwartet
Der Flughafen München hat seinen neuen Terminal-1-Pier feierlich eröffnet, der ab dem 21. April in Betrieb gehen wird. Die Erweiterung soll jährlich etwa sechs Millionen zusätzliche Fluggäste aus Ländern außerhalb des Schengenraums abfertigen, darunter Destinationen in den USA, Asien und dem Nahen Osten. Damit stärkt der Airport seine Position als internationales Drehkreuz und setzt ein deutliches Zeichen für die Zukunft der Luftfahrt in Bayern.
Politische Unterstützung und ICE-Anbindung im Fokus
Bei der Eröffnungszeremonie betonten hochrangige politische Gäste die Bedeutung des neuen Piers für den Wirtschaftsstandort. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kündigte an, dass die Fernverkehrsanbindung des Flughafens geprüft werde. „Es wird geprüft, die Fernverkehrsanbindung des Flughafens weitgehend zu berücksichtigen“, so Schnieder. Ergebnisse dieser Prüfung sollen voraussichtlich bis zum Sommer 2026 vorliegen, was eine direkte ICE-Anbindung ohne Umweg über den Münchner Hauptbahnhof ermöglichen könnte.
Bayerischer Finanzminister Albert Füracker (CSU), der auch Vorsitzender des Flughafen-Aufsichtsrats ist, kommentierte die Ankündigung mit einem Augenzwinkern: „Wir sind sehr dankbar für die Zusage, die sie heute gegeben haben, dass die Fernbahnanbindung demnächst kommt!“ Er forderte jedoch konkrete Zeitpläne ein, da der fehlende Fernbahnhof im Vergleich zu Flughäfen wie Frankfurt nach wie vor ein Standortnachteil sei.
Wirtschaftliche Impulse und infrastrukturelle Meilensteine
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hob die doppelte Bedeutung des neuen Piers hervor: „Wir wollen jungen Leuten die Möglichkeit geben, die Welt kennenzulernen. Wir wollen aber auch wirtschaftlich in der Welt als Exportnation stark sein.“ Ohne moderne Infrastruktur könne Bayern als Wirtschaftsstandort nicht wachsen. Christian Scharpf (CSU), Referent für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München, ergänzte, dass der Flughafen für internationale Firmen ein wesentlicher Grund sei, sich in der Region anzusiedeln, da er Fachkräften gute Verbindungen in ihre Heimatländer biete.
Flughafen-Chef Jost Lammers bezeichnete den Airport als „Aushängeschild“ Bayerns, das Qualität, Gastlichkeit und Identität verkörpere. Der neue Erweiterungsbau umfasst 96.000 Quadratmeter Gebäudefläche und insgesamt etwa 120.000 Quadratmeter inklusive Vorfeldflächen – genug Platz, um den gesamten Flughafen Hannover unterzubringen.
Moderne Ausstattung und Finanzierung ohne Staatshilfe
Der Pier setzt auf zeitgemäße Technologien und Komfort für Passagiere:
- Moderne CT-Scanner ermöglichen schnellere Sicherheitskontrollen, bei denen Flüssigkeiten und elektronische Geräte im Handgepäck bleiben können.
- Zehn Sicherheitsschlangen sollen Wartezeiten reduzieren.
- Ein umfangreiches Angebot an 20 Shop- und Serviceflächen, darunter Marken wie FC Bayern, Lego, Boss und Breitling.
- Fünf Restaurants, darunter die Odeon-Bar von Käfer, sowie zwei Lounges: die exklusive Emirates Lounge und die Airport Lounge World mit Blick auf das Vorfeld und die Alpen.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 665 Millionen Euro, die komplett aus Mitteln des Flughafens finanziert wurden – ohne staatliche Zuschüsse. Ursprünglich war das Projekt mit etwa 500 Millionen Euro veranschlagt und sollte bereits 2022 eröffnet werden, doch die Corona-Pandemie verzögerte die Fertigstellung. Dennoch konnte der Flughafen die neu gesetzte Frist einhalten, was bei solchen Großprojekten keine Selbstverständlichkeit ist.
Mit dieser Erweiterung positioniert sich der Flughafen München nicht nur als wichtiger Verkehrsknotenpunkt, sondern auch als Motor für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Die Kombination aus moderner Infrastruktur, politischer Unterstützung und der Aussicht auf eine verbesserte Bahnanbindung unterstreicht die ambitionierten Ziele für die Zukunft.



