Osterhasen zur Miete: Das anstrengende Leben hinter dem flauschigen Kostüm
Wenn in der Osterzeit plötzlich eine große Fellnase mit langen Ohren vor Kinderaugen steht, strahlen diese vor Freude. Doch hinter dem flauschigen Kostüm steckt ein Mensch, der in diesen Tagen im Dauereinsatz ist. Wie der Alltag eines gemieteten Osterhasen aussieht, zeigt ein Blick hinter die Kulissen dieser saisonalen Tätigkeit.
Agenturen organisieren die Termine der Langohren
Karsten Giersch hat schon viele Osterhasen gesehen – genauer gesagt, er organisiert ihre Terminkalender und bezahlt sie dafür, gute Laune zu verbreiten. Bei seiner Agentur, die zum Comedytheater „Los Lachos“ in Dessau in Sachsen-Anhalt gehört, kann man Osterhasen mieten. Dabei handelt es sich um Menschen mit Make-up und flauschigen Kostümen, die in verschiedenen Varianten auftreten.
Die Auswahl reicht von einem großen Hasen, der nicht spricht, aber nett aussieht, bis hin zu einem, der gerne Kölsch trinkt und die Leute zum Lachen bringt. Als besonderes Highlight bietet Giersch sogar einen Osterhasen an, der auf Stelzen herumläuft. „Wir lassen uns zu jeder Jahreszeit etwas einfallen – und an Ostern ist es natürlich der Osterhase“, erklärt er.
Einsatzgebiete und Arbeitsbedingungen der Osterhasen
In der Woche vor Ostern bis Ostermontag schickt Giersch seine Hasen quer durch Deutschland. Sie sind in Städten wie Berlin, im Ruhrgebiet sowie in einigen Orten in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen im Einsatz. Dort zaubern sie den Menschen in Einkaufszentren oder auf Parkplätzen vor Ladengeschäften ein Lächeln auf die Lippen.
Enrico Lein ist einer dieser Osterhasen. Ansonsten tritt er auch als Weihnachtsmuffel, Wichtel oder Fabelwesen auf. Seine Kostüme bastelt er selbst, was ihm großen Spaß macht und für Einzigartigkeit sorgt. Von Hameln in Niedersachsen aus ist er in diesen Tagen in ganz Deutschland unterwegs, mit einem vollen Kalender und langen Arbeitstagen.
Die Herausforderungen im flauschigen Kostüm
Ein Tag als Osterhase kann je nach Wetter anstrengend sein. „Das Kostüm ist ja ganz schön fellig“, sagt Lein. Deshalb arbeitet er in einem speziellen Rhythmus: Zwei Stunden steht er als Hase auf Stelzen, dann legt er eine Stunde Pause ein, um die Wäsche zu wechseln und sich frisch zu machen. Anschließend geht es für weitere zwei Stunden weiter. Gelegentlich unterstützt ihn seine Freundin als Osterhäsin an seiner Seite.
Im Gegensatz zu Weihnachten gibt es allerdings weniger Tage im Jahr, an denen das Osterhasenkostüm zum Einsatz kommt. „Weihnachten wird einfach ausgiebiger gefeiert. Da war ich manchmal noch nach dem Fest unterwegs“, erzählt Lein. An Ostern hingegen beschränken sich die Aufträge meist auf die Woche vor Ostern bis einschließlich Ostermontag. Danach hat der Osterhase wieder ein Jahr Pause und wartet in Leins Atelier darauf, endlich wieder zum Einsatz zu kommen.



