Schlosshotel Krugsdorf: Vom Rechtsanwalt zum Tourismus-Magneten mit Wolfs-Safari
Schlosshotel Krugsdorf: Tourismus-Magnet mit Wolfs-Safari

Vom Rechtsanwalt zum Hotelier: Wie ein Berliner das Schlosshotel Krugsdorf zum Erfolg führte

Robert Stancke, ein Berliner Rechtsanwalt, hat das Schlosshotel Krugsdorf bei Pasewalk in einen florierenden Tourismusbetrieb verwandelt. Trotz landesweit rückläufiger Übernachtungszahlen verzeichnet sein Hotel steigende Nachfrage und konnte im Jahr 2025 einen Umsatz von knapp 1,5 Millionen Euro erzielen – deutlich mehr als im Vorjahr.

Investitionen in ungewöhnliche Unterkünfte

Stancke kaufte das neubarocke Schloss in Vorpommern im Jahr 2021 und trennte sich 2024 von seinem niederländischen Geschäftspartner. Seitdem hat er das Hotel kontinuierlich ausgebaut. Mit elf neu fertiggestellten Wohneinheiten verfügt das Haus nun über insgesamt 47 Zimmer. Zu den besonderen Attraktionen gehören ein Zimmer mit Schwebebett, eines mit freistehender Badewanne und eine Hochzeits-Suite.

Die neuesten Investitionen umfassen zwei Bubble-Tents – aufblasbare Kugelzelte, die als naturnahe Unterkunft dienen. Rezeptionistin Lilia Brzozowska zeigt sich überrascht von der Beliebtheit: "Wir sind zu 80 Prozent ausgebucht, sogar im Winter bei minus zehn Grad."

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Naturerlebnisse als neuer Luxus

Stancke setzt bewusst auf "naturnahen Erlebnisurlaub mit Komfort". Sein Hotel bietet einen Barfußpfad, eine Outdoorsauna und einen Hot-Tube im Wald. "Was habe ich davon, wenn ich im Keller eines Hotels in Binz 2000 Quadratmeter Wellnessbereich ausbaue? Danach fragt heute niemand mehr. Der neue Luxus sind Ruhe und Natur", erklärt der 56-Jährige.

Besonders stolz ist er auf die nächtlichen Golfplatz-Safaris in Golfbuggys, bei denen Gäste Biber, Hirsche und sogar Wölfe beobachten können. "Die Tiere flüchten vor der Landwirtschaft, haben aber hier bei uns ein Refugium, eine Insel gefunden", so Stancke.

Weitere Expansion geplant

Für die Zukunft plant Stancke weitere Investitionen. Auf dem 40.000 Quadratmeter großen, bislang ungenutzten Bauland sollen noch in diesem Jahr sechs sogenannte Cabins – Mini-Tinyhäuser – entstehen. Diese sollen naturnahe Übernachtung in Abgeschiedenheit bieten, bleiben aber in Rufnähe zum Haupthotel.

Der Hotelier beschäftigt derzeit 20 Mitarbeiter, darunter einen Hotelleiter und zwei Köche aus Thailand. Trotz anfänglicher Herausforderungen wie dem nachträglichen Einbau einer Brandschutzanlage, den Stancke als "unglaublich teuer" bezeichnet, sieht er in dem Hotel "ein tolles Objekt mit vielen Möglichkeiten" in einer strukturschwachen Region.

Ausblick auf 2026

Für das Jahr 2026 sind bereits alle Wochenenden ausgebucht, die meisten Wochentage ebenfalls. Die Gäste kommen überwiegend aus Berlin, aber auch aus Polen, Holland und anderen Ländern. Ein beim Amtsgericht Neubrandenburg laufendes Insolvenzverfahren gegen den Vorbesitzer betrifft Stancke nach eigenen Angaben nicht mehr.

Das Schlosshotel Krugsdorf hat sich damit zu einem bedeutenden Tourismusmagneten in Vorpommern entwickelt, der mit kreativen Konzepten gegen den Branchentrend erfolgreich ist.

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