Student bringt holländische Pommes-Kultur nach Warnemünde: Doppelt frittierte Kartoffeln erobern Ostseebad
Student bringt holländische Pommes nach Warnemünde

Holländische Pommes-Kultur erobert Warnemünder Bahnhof

Seit April bereichert ein neues Streetfood-Angebot die gastronomische Landschaft im Ostseebad Warnemünde. Der 20-jährige BWL-Student Kemal Ünlü hat mit Star Fries einen Imbiss eröffnet, der das niederländische Pommes-Konzept nach Mecklenburg-Vorpommern bringt. Direkt am Bahnhof gelegen, setzt der junge Unternehmer auf doppelt frittierte, frische Kartoffeln aus den Niederlanden – ein in der Region bisher unbekanntes Fast-Food-Modell.

Inspiration aus Amsterdam wird zum Geschäftsmodell

Die Idee entstand während eines Amsterdam-Besuchs im Jahr 2025. „Ich fand das Konzept überzeugend: etwas Bekanntes wie Pommes, schnell reproduzierbar und hier kaum verbreitet“, erklärt Ünlü. Sein Ziel ist ein bezahlbares Angebot abseits des klassischen Döners. Die wöchentliche Lieferung umfasst etwa eine halbe Tonne Frischware vom niederländischen Familienunternehmen Bex BV, das in Holland zahlreiche Pommesbuden beliefert.

Die Zubereitung folgt strengen Standards:

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  • Die Kartoffeln werden vorfrittiert
  • Anschließend erfolgt das heiße Fertigfrittieren
  • Die Haltbarkeit beträgt fünf bis sieben Tage

Vom Ein-Mann-Projekt zum Familienbetrieb

Gestartet als Solo-Unternehmen, unterstützen inzwischen Ünlüs Mutter Semiha und ein erfahrener Mitarbeiter aus der Imbissbranche den Betrieb. Auch der populäre Boxer Ramsan Amkhador, ein Freund des Gründers, ist mit an Bord. „Es ist mein Ziel, die Verantwortlichkeiten allmählich zu übertragen, um Studium und Betrieb zu verbinden“, sagt der selbstbewusste Student.

Das Sortiment umfasst:

  1. Klassische Pommes-Portionen (ab 4,50 Euro, 220-400 Gramm)
  2. Hausgemachte Soßenkreationen
  3. Pulled Beef-Burger aus deutscher Rinderbrust

Überraschend entwickeln sich die Burger mittlerweile zur zweiten Geschäftssäule neben den Pommes.

Schwieriger Start und plötzlicher Durchbruch

Die Anfänge zu Ostern gestalteten sich herausfordernd. „Der Tagesumsatz lag an einzelnen Tagen bei 120 Euro. Das war schon traurig“, gibt Ünlü offen zu. Doch nur eine Woche später änderte sich die Situation dramatisch. Die Nachfrage explodierte derart, dass sich die Warteschlange bis zur Warnemünder Brücke erstreckte. „Wir waren komplett ausverkauft“, berichtet der Jungunternehmer mit einem Lächeln.

Den Durchbruch führt Ünlü auf intensive Social-Media-Aktivitäten zurück. Über Instagram und TikTok erreichte er sein Publikum effektiv. Unterstützung erhielt er auch von seinem Vater, der selbst in der Gastronomie tätig ist und finanziell beim Start half.

Hohe Investitionen und große Pläne

Die größte finanzielle Hürde bildete die professionelle Fritteusenanlage. Drei Becken plus Herdplatte kosteten stolze 50.000 Euro – eine Investition, die sich bereits auszuzahlen scheint. Geöffnet ist der Imbiss aktuell Sonntag bis Donnerstag von 12 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag bis 21 Uhr. Für die Sommersaison plant Ünlü längere Öffnungszeiten, orientiert an den Abfahrten der letzten Bahnen.

Der Standort direkt neben dem bekannten italienischen Restaurant Paparazzi in Bahnhofsnähe erweist sich als ideal. Wöchentlich steht Ünlü mit seinem niederländischen Lieferanten in Kontakt, um die Frische der Ware zu garantieren. In der Urlauber-Hochburg Warnemünde bleibt spannend, wie sich die Warteschlangen in diesem Sommer entwickeln werden.

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