Turkish Airlines streicht Flüge von Leipzig/Halle nach Istanbul: Herber Verlust für Mitteldeutschland
Turkish Airlines streicht Flüge Leipzig/Halle–Istanbul

Turkish Airlines streicht Flüge von Leipzig/Halle nach Istanbul: Herber Verlust für Mitteldeutschland

Der Flughafen Leipzig/Halle erleidet einen weiteren schweren Schlag im internationalen Luftverkehr. Turkish Airlines stellt ihre Flugverbindung zwischen dem mitteldeutschen Airport und der türkischen Metropole Istanbul zum 2. Mai 2026 ein. Dies bestätigte ein Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG. Die Entscheidung markiert das Ende einer seit 2012 bestehenden und nach Angaben des Flughafens „sehr gut angenommenen“ Route.

Iran-Konflikt und Kerosinpreise als Hauptgründe

Als zentrale Gründe für die Streichung nannte die Fluggesellschaft die wirtschaftlichen Folgen des anhaltenden Iran-Konflikts. Dieser habe zu einem starken Anstieg der Kerosinpreise geführt und die ohnehin angespannte Branche zusätzlich belastet. Die Verbindung über Istanbul galt als wichtiges Tor für Reisende aus Mitteldeutschland nach Asien und Afrika, insbesondere in Länder wie Usbekistan, Kasachstan oder verschiedene Golfstaaten, die aufgrund des Iran-Kriegs derzeit nicht mehr direkt angeflogen werden können.

Passagiere müssen auf Berlin ausweichen

Betroffene Passagiere werden von Turkish Airlines umgebucht. Nach aktuellen Informationen verweist die Airline dabei auf den Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) als alternative Abflugstelle. Eine endgültige Rückkehr der Verbindung schließt Turkish Airlines nicht aus und betont, dass die Region Mitteldeutschland weiterhin ein wichtiger Markt für das Unternehmen bleibe.

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Istanbul als größter Flughafen Europas

Der Flughafen Istanbul (IST) gilt mit über 80 Millionen Passagieren pro Jahr als der größte Airport Europas und hat etablierte Drehkreuze wie London-Heathrow, Paris-Charles de Gaulle und Frankfurt in der Passagierzahl überholt. Der Verlust dieser Anbindung ist für Leipzig/Halle besonders schmerzhaft, da Istanbul als zentrales Umsteigedrehkreuz für Reisen nach Asien, Afrika und in den Nahen Osten diente.

Weitere Rückschläge für den Flughafen Leipzig/Halle

Die Streichung reiht sich in eine Serie von Verlusten für den Airport ein. Bereits im Sommerflugplan 2025 hatte Lufthansa die Verbindung zum eigenen Drehkreuz München eingestellt. Ryanair strich im Vorjahr zudem die Route nach London. Damit bleiben für Leipzig/Halle nur noch zwei Direktverbindungen zu bedeutenden internationalen Drehkreuzen: Frankfurt und Wien.

Branchenweite Herausforderungen verschärfen sich

Der Rückzug von Turkish Airlines spiegelt größere Probleme in der Luftfahrtindustrie wider. Erst kürzlich kündigte die Lufthansa an, ihre Regionaltochter Cityline stillzulegen und ältere Flugzeuge auszumustern – ebenfalls mit Verweis auf hohe Kerosinpreise. Der International Air Transport Association (IATA) warnte zuletzt vor möglichen Flugausfällen in Europa infolge von Kerosinengpässen. Für die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden sind die von Lufthansa angekündigten Kürzungen zwar nicht direkt betroffen, doch die allgemeine Lage bleibt angespannt.

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