Geheimtipp Zudar: Rügens unentdeckte Halbinsel für Ruhesuchende und Naturliebhaber
Zudar: Rügens unentdeckte Halbinsel für Ruhesuchende

Zudar: Rügens verborgene Perle für erholsame Auszeiten

Während Königstuhl, Binz und die Störtebeker-Festspiele jährlich Hunderttausende Besucher auf die größte deutsche Insel Rügen locken, hat sich im südlichsten Zipfel eine besondere Idylle erhalten: die Halbinsel Zudar. Mit nur 18 Quadratkilometern Fläche bleibt dieser Ort ein echter Geheimtipp, der Naturliebhaber und Ruhesuchende gleichermaßen begeistert.

Einsame Strände und unberührte Naturlandschaften

Die Halbinsel Zudar ist geprägt von einer abwechslungsreichen Küstenlinie. Im Süden zum Festland hin zergliedern sich Buchten und Halbinseln, während die Ostküste zum Greifswalder Bodden durch das Naturschutzgebiet Schoritzer Wiek und die Bucht vor Garz dominiert wird. Die Westküste bietet weite, oft baumlose Übergänge zwischen Küste und Agrarlandschaft. Bei Sturmfluten dringt das Boddenwasser in die Niederungen vor, was salztolerante Pflanzenarten wie Boddenbinse oder Strandaster begünstigt.

Viele Ecken der Halbinsel sind mit dem Auto kaum erreichbar, was sie vor dem Massentourismus bewahrt. So finden Badegäste am Gelben Ufer auch in den Sommermonaten stets ein ruhiges Plätzchen. Der rund sechs Kilometer lange naturbelassene Strand lädt zum Sonnen, Baden und Entspannen ein. Hier kann man Muscheln, Hühnergötter, alte Pfeilspitzen aus Feuerstein, Bernstein und Donnerkeile entdecken.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Aktive Erholung und historische Entdeckungen

Für Wanderungen und Radtouren bieten sich die Boddenlandschaft und das Naturschutzgebiet Schoritzer Wiek als wunderbare Ziele an. Ein Aussichtsturm in der Schoritzer Wiek gewährt bei guter Sicht einen weiten Blick über fast unberührte Natur bis nach Greifswald, Swinemünde, die Halbinsel Mönchgut und das Jagdschloss Granitz. Attraktionen wie der Zeltplatz Pritzwald, das Maltziener Leuchtfeuer – streng genommen nur ein Unterfeuer – oder der Palmer Ort, der südlichste Punkt Rügens, laden zu aktiver Erholung ein.

Die erste urkundliche Erwähnung der Halbinsel erfolgte 1166, doch Hügel- und Hühnengräber sowie ein Burgwall aus slawischer Zeit belegen eine weit frühere Besiedlung. Naturfreunde schätzen die Vogelinsel Tollow mit ihrer Kormorankolonie. Der Sage nach soll sich hier das Grab des berühmten Piraten Klaus Störtebeker befinden, obwohl es bisher nicht entdeckt wurde.

Kulturelle Highlights und winterliche Reize

Geschichtsinteressierte sollten die St.-Laurentius-Kirche in Zudar besichtigen. Das 1318 erstmals erwähnte Gotteshaus war dank eines „wundertätigen“ Marienbildes vor 1370 eine Wallfahrtskirche, bis die Pilgerfahrten nach dem Untergang eines Schiffs 1372 endeten. Der hölzerne Kirchturm wurde 1665 fertiggestellt, und 1992/1993 erfolgte eine Sanierung des Dachstuhls. Die gotische Kirche mit Langhaus und Chor sowie einem runden Triumphbogen ist ein architektonisches Juwel.

Ein weiterer Ausflugstipp ist der Ort Groß Schoritz, wo im ehemaligen Rittergut die Geburtsstätte des Nationaldichters und Patrioten Ernst Moritz Arndt liegt. Sein Vater war Leibeigener, und Arndt ging nicht nur als Dichter, sondern auch als Gegner der napoleonischen Herrschaft in die Geschichte ein. Unterwegs nach Zudar lohnt ein Besuch im Ernst-Moritz-Arndt-Museum im Städtchen Garz, das an einem slawischen Burgwall gelegen ist und die widersprüchliche Persönlichkeit Arndts vorstellt.

Auch im Winter ist Zudar eine Reise wert: Bei eisigen Temperaturen türmt sich das Eis am Strand meterhoch auf und bietet spektakuläre Fotomotive. In den vergangenen Jahren sind auf der Halbinsel schöne Ferienquartiere entstanden, die einen erholsamen Aufenthalt ermöglichen. Für alle, die es an der Ostsee ruhiger mögen als in den belebten Seebädern Binz, Göhren oder Sellin, ist Zudar somit die perfekte Alternative.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration