1000 Euro Prämie gegen Preisanstieg: Nur ein Rostocker Unternehmen zahlt bereits
1000 Euro Prämie: Nur ein Rostocker Unternehmen zahlt

Die Bundesregierung hat als Reaktion auf den Iran-Krieg und die gestiegenen Lebenshaltungskosten eine steuer- und abgabenfreie Prämie von bis zu 1000 Euro für Arbeitnehmer angekündigt. Dieses Modell ist bereits aus der Corona-Pandemie bekannt. In Rostock zeigen sich die meisten Unternehmen jedoch zurückhaltend – nur ein Betrieb hat sich klar positioniert.

Abwarten auf die gesetzlichen Details

Viele Arbeitgeber in Rostock warten zunächst die endgültige Ausgestaltung der Regelung ab. Das Kreuzfahrtunternehmen Aida Cruises erklärte: „Aktuell liegt uns kein verabschiedetes Gesetz vor. Wir werden uns eine Meinung bilden, sobald verbindliche Eckdaten vorliegen.“ Ähnlich äußerte sich die Ostseesparkasse (Ospa). Nico Höppner, Abteilungsleiter Personal- und Vertriebsmanagement, betonte, dass noch keine endgültigen Bedingungen feststünden. „Eine Zahlung kann daher noch nicht beschlossen werden. Wir prüfen jedoch fortlaufend, ob dies eine Entlastung für unsere Mitarbeitenden darstellt. Ein Großteil der Belegschaft würde profitieren.“

Die Neptun Werft/Meyer Werft verwies darauf, dass es sich bisher um einen Plan der Bundesregierung handele, der noch nicht Gesetzeskraft erlangt habe. Sobald die finale Regelung vorliege, werde man prüfen, welche Optionen infrage kämen. Derzeit gebe es keine Entscheidung. Die Firma Goldbeck lehnte eine Stellungnahme ab.

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Universität Rostock und Stadtverwaltung: Unterschiedliche Ausgangslagen

Die Universität Rostock verwies auf das Land und das Finanzministerium. Aus dem Ministerium hieß es: „Zu den angekündigten Entlastungsmaßnahmen laufen derzeit noch Gespräche. Eine Entscheidung über eine Prämie für die rund 2060 betroffenen Beschäftigten ist noch nicht gefallen.“ Nicht eingerechnet seien studentische Hilfskräfte und wissenschaftliche Mitarbeiter.

Die Rostocker Stadtverwaltung hingegen sieht die Prämie für ihre knapp 2700 Beschäftigten als „vermutlich nicht relevant“ an, da diese nach Tarifvertrag des Verbandes kommunaler Arbeitgeber bezahlt werden. Sollte es jedoch zu entsprechenden tariflichen Regelungen kommen, wären diese auch für die Stadtverwaltung relevant. Allerdings laufe der aktuelle Tarifvertrag bis zum 31. März 2027. Da die Entlastungsprämie voraussichtlich bis 30. Juni 2027 verlängert werden könnte, könnte sie doch noch relevant werden.

Stadtwerke und RSAG: Tarifbindung als Schlüssel

Die Stadtwerke Rostock verwiesen ebenfalls auf den Tarifvertrag für Versorgungsbetriebe (TV-V), der eine Zahlung der Entlastungsprämie derzeit nicht zulasse. Für die gut 700 Beschäftigten gelte dieser Vertrag.

Anders sieht es bei der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) aus. Hier wurde die Prämie bereits in den Tarifverhandlungen für den ÖPNV vereinbart. Sprecherin Beate Langner erklärte: „Im August 2026 erhalten alle Beschäftigten des TV-N Mecklenburg-Vorpommern die steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1000 Euro.“ Vollzeitbeschäftigte bekommen den vollen Betrag, Teilzeitkräfte anteilig. Normalerweise sei eine solche Prämie nur auf Basis einer tariflichen Regelung möglich.

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