Buero.de schließt über Ostern: Chef setzt Zeichen gegen Konsumrausch
Der Online-Shop buero.de bleibt über Karfreitag und Ostersamstag geschlossen. Vorstandschef Markus Schön will damit ein Zeichen gegen die Kommerzialisierung christlicher Feiertage setzen.
„Ostern ist kein Konsumfest“
Markus Schön, Vorstandschef bei buero.de mit Firmensitz in Detmold (Nordrhein-Westfalen), erklärt auf dem Karriereportal LinkedIn seine ungewöhnliche Entscheidung. „Ostern ist nicht das Fest eines Hasen, der Eier bringt. Es ist kein Konsumfest“, betont Schön. Der christliche Glaube werde am Karfreitag, dem Todestag von Jesus, immer weiter in den Hintergrund gedrängt, während vieles andere scheinbar wichtiger erscheine.
Der Unternehmer sieht es als an der Zeit, Zeichen zu setzen. „Der christliche Glaube verdient gerade am Karfreitag und den bald folgenden Ostertagen mehr Beachtung“, schreibt er in seiner Stellungnahme. Deshalb habe er sich entschieden, den Menschen diese besondere Zeit zu schenken und freiwillig auf potenzielle Online-Shopper zu verzichten.
Warnhinweise statt Verkauf
Wer am Karfreitag die Website von buero.de besucht, findet statt des üblichen Sortiments an Schulbedarf, Bastelartikeln und exklusiven Schreibgeräten einen deutlichen Hinweis: +++ No Sale +++ Kein Verkauf +++ in fetten Lettern.
Die Firma setzt auf ihrer Homepage bewusst „Warnhinweise“ ein. Eine dieser Botschaften lautet: „Brauchst Du diesen Kauf heute wirklich?“ Damit will das Unternehmen Kunden zum Nachdenken anregen und die Bedeutung der Feiertage in den Vordergrund stellen.
Kunden drohen mit Abwanderung zu Amazon
Nicht alle Kunden reagieren positiv auf diese ungewöhnliche Aktion. Einige drohen sogar, zu Amazon abzuwandern, wie Schön einräumt. Doch der Schreibwarenboss bleibt bei seiner Position: „Wenn wir das gesellschaftliche Fundament verlieren, sind fünf-, sechs- oder siebenstellige Umsätze egal“, argumentiert er.
Für Schön geht es um mehr als nur kurzfristige Geschäftszahlen. „Dann verlieren wir als Gesellschaft unsere Zukunft und unsere Perspektive“, warnt der Unternehmer. Wer unbedingt neue Kulis, Zeichenblöcke, Büroklammern oder Knete bestellen möchte, muss sich gedulden: „Buero.de ist nächste Woche auch noch da“, heißt es abschließend über dem momentan geschlossenen Online-Shop.
Gesellschaftliches Statement statt Geschäftsmaximierung
Die Entscheidung von buero.de fällt in eine Zeit, in der Online-Shopping rund um die Uhr zur Normalität geworden ist. Während viele Händler auch an Feiertagen ihre digitalen Verkaufskanäle offenhalten, wählt das Detmolder Unternehmen einen konträren Weg.
Schön betont, dass es ihm nicht um Publicity oder Marketingtricks geht, sondern um eine grundsätzliche Haltung. Die freiwillige Schließung über Ostern soll bewusst machen, dass christliche Feiertage mehr sind als nur Konsumanlässe. Der Vorstandschef hofft, mit seiner Aktion eine gesellschaftliche Diskussion anzustoßen über den Stellenwert von Traditionen und Werten in einer zunehmend kommerzialisierten Welt.



