Markenrechtsstreit zwischen Bielefelder Döner-Kette und Fast-Food-Gigant KFC
In Bielefeld hat sich ein bemerkenswerter Rechtsstreit um Markenrechte entwickelt. Der lokale Döner-Shop Krispy Kebab wirft dem internationalen Fast-Food-Konzern KFC vor, seinen geschützten Namen kopiert zu haben. Betreiber Sergen Kolcu (29) zeigt sich verärgert über die jüngste Marketingkampagne des US-Unternehmens.
Vorwürfe der Markenrechtsverletzung
Der Konflikt eskalierte, als KFC eine limitierte Produktlinie unter dem Namen KFC Krispy Kebab auf den Markt brachte. Besonders brisant: Die Kampagne läuft unter dem Motto „Alles nur geklaut“ – ein bekannter Songtitel der Gruppe Die Prinzen. Für Sergen Kolcu, der seinen Markennamen Krispy Kebab bereits im Jahr 2017 deutschlandweit schützen ließ, war dies eine deutliche Provokation.
„Die Schreibweise mit ‚K‘ bei Krispy ist exakt identisch mit unserer geschützten Marke“, erklärt der Unternehmer aus Bielefeld. „Das kann kein Zufall sein.“ Kolcu befürchtet nun, dass Kunden aufgrund der übermächtigen Präsenz von KFC mit seinen über 100 Filialen in Deutschland zu dem Fast-Food-Riesen abwandern könnten.
KFC reagiert mit humorvoller Stellungnahme
In einer offiziellen Stellungnahme versucht KFC, den Konflikt herunterzuspielen: „Unsere Kampagne zum KFC Krispy Kebab läuft tatsächlich unter dem Motto ‚Alles nur geklaut‘. Aber diesen vermeintlich frechen Klau hatten wir nicht im Sinn.“ Der Konzern betont humorvoll: „Klar ist: Wir wollen keinen Beef – unser Fokus liegt bekanntlich auf Chicken.“
Das umstrittene Produkt besteht aus Crispy Chicken im Kebab-Brot, serviert mit Salat, Tomaten, Zwiebeln und zwei verschiedenen Soßen. KFC erklärt, der Produktname sei im Rahmen einer internationalen Entwicklung entstanden und werde bereits in mehreren europäischen Märkten verwendet.
Geheime Kollaboration im Raum
Interessant entwickelt sich die Situation durch ein Überraschungsangebot von KFC. Der Konzern hat mittlerweile direkten Kontakt zu Sergen Kolcu aufgenommen und eine geheime Zusammenarbeit vorgeschlagen. „Sie haben mir eine Collaboration angeboten, die aber noch geheim bleiben muss“, verrät der Bielefelder Unternehmer.
Doch Kolcu ist zwiegespalten: „So viele Leute aus Bielefeld sind irritiert – alle denken, ich habe etwas damit zu tun.“ Seine größte Sorge gilt den finanziellen Auswirkungen auf sein Unternehmen. Die zeitliche Komponente verschärft die Situation zusätzlich: Die KFC-Aktion startete bereits am 21. April 2026, was aus Kolcus Sicht fast zu spät für eine sinnvolle Zusammenarbeit kommt.
Rechtliche Schritte nicht ausgeschlossen
Der Bielefelder Unternehmer hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet und erklärt: „Wir müssen schauen, wie sich das Problem jetzt noch aus der Welt schaffen lässt.“ Ob es zu einer außergerichtlichen Einigung kommt oder der Fall vor Gericht landet, bleibt aktuell völlig offen.
Die Werbung von KFC mit dem Slogan „Von den Besten geklaut und mit Fried Chicken neugebaut“ sorgt weiter für Diskussionsstoff in der ostwestfälischen Stadt. Viele lokale Kunden zeigen sich solidarisch mit dem heimischen Döner-Shop, während der internationale Konzern versucht, den Streit mit Charme zu lösen.



