Halberstadt/MZ. Die Ernährungsbranche in Sachsen-Anhalt galt lange als Hort der Stabilität. Während Chemie- und Autozulieferer mit Krisen kämpfen, steigen die Umsätze vieler Lebensmittelhersteller. Der Grund: Sie bedienen vor allem den regionalen Markt und bleiben von internationalem Wettbewerb weitgehend verschont. Hinzu kommt die Eigenständigkeit vieler mittelständischer Firmen, die flexibel auf Trends reagieren und Produktion nicht ins Ausland verlagern.
Struktureller Wandel in der Nahrungsmittelproduktion
Doch nun zeichnen sich auch hier Veränderungen ab. Nach der Übernahme des Backmischungsherstellers Kathi aus Halle durch den Oetker-Konzern im vergangenen Jahr steht nun Halberstädter Würstchen zum Verkauf. Die Eigentümerfamilie sucht einen „leistungsstarken Käufer“. Finanzielle Engpässe beim Harzer Wursthersteller machen diesen Schritt offenbar notwendig.
Konsequenzen für den Standort
Diese Entwicklung ist bedenklich. Familienunternehmen stellen den Heimatstandort selbst in schwierigen Zeiten selten infrage. Sie übernehmen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung vor Ort. Der Rückzug dieser Betriebe zugunsten großer Konzerne könnte langfristig negative Folgen haben.
Die Frage ist, ob die neuen Eigentümer ähnlich stark in die Region investieren und Arbeitsplätze sichern werden. Der Trend zur Konsolidierung in der Lebensmittelbranche ist jedenfalls unübersehbar.



