In der Münchner Au entsteht ein neues Luxuswohnprojekt mit klangvollem Namen: L'Isar. Der Immobilienentwickler Monvest aus Grünwald errichtet an der Zeppelinstraße, Ecke Kreuzplätzchen, einen exklusiven Neubau mit direktem Blick auf die Isar und das Deutsche Museum. Dafür muss ein bestehendes Mietshaus weichen – der Abriss ist bereits in vollem Gange.
Vom Abriss zum Luxusbau
Bereits im November 2025 begann die Entkernung des Gebäudes an der Zeppelinstraße 49. Seit dem Frühjahr 2026 arbeitet sich der Abrissbagger durch das fünfgeschossige Wohnhaus. Kurz vor Ostern war von dem Altbau kaum noch etwas übrig. Der Neubau soll 2028 bezugsfertig sein und 16 Wohneinheiten zwischen 59 und 284 Quadratmetern umfassen.
Luxusausstattung und hohe Preise
Die noch nicht gebauten Wohnungen werden bereits auf Immobilienportalen beworben. Mit Sätzen wie „dem leisen Rauschen der Isar“ und „gefiltertem Licht der Baumkronen“ wird für das Objekt geworben. Die Preise sind entsprechend hoch: Ein Townhouse mit 161 Quadratmetern auf drei Etagen kostet 3.260.000 Euro. Eine Zwei-Zimmer-Residenz im vierten Obergeschoss mit 88,33 Quadratmetern und Isarblick ist für 2.170.000 Euro zu haben. Eine Drei-Zimmer-Wohnung im zweiten Stock mit zwei Bädern und Isarblick schlägt mit 1.995.000 Euro zu Buche. Den Höhepunkt bildet ein Penthouse, das als beeindruckend beschrieben wird.
Kritik des Bezirksausschusses
Der Bezirksausschuss Au-Haidhausen lehnte das Projekt bereits 2023 und erneut 2025 ab. Die Lokalpolitiker kritisierten den Abriss funktionsfähiger Bausubstanz und die Schaffung hochpreisigen Wohnraums, der zu einer unnötigen Aufwertung des Viertels führe. Lena Sterzer (SPD), Vorsitzende des Unterausschusses Planung, erklärte, dass solche Projekte den Mietspiegel anheben und die Nachbarschaft belasten. Der BA hatte sich seit 2022 für eine Erhaltungssatzung für den Bereich Untere Au Nordost eingesetzt. Der Stadtrat erweiterte diese Satzung im Dezember 2025, doch für das Projekt an der Zeppelinstraße kam dies zu spät, da es bereits genehmigt war.
Ausstattung und Architektur
Der Neubau besticht durch eine abgetreppte Kaskadenform, die sich laut Entwickler selbstverständlich in die gewachsene Bebauung einfügt. Die Architektur suche das Luxuriöse nicht im Gestus, sondern in der Präzision. Das Haus erhält ein Zen-inspiriertes Gartengestaltungskonzept im Innenhof, ein repräsentatives Entrée, eine intelligente Schließanlage mit cloudbasiertem Zutrittsmanagement sowie Tiefgaragenstellplätze mit E-Mobilitätsvorrüstung.
Fazit
Das Projekt L'Isar zeigt den anhaltenden Trend zu Luxusimmobilien in München, der nicht immer auf Gegenliebe der Lokalpolitik stößt. Während Käufer von den exklusiven Wohnungen profitieren, sehen Kritiker die soziale Durchmischung gefährdet. Der Abriss des alten Mietshauses ist ein weiteres Beispiel für die Verdrängung von Bestandsbauten zugunsten teurer Neubauten.



