Rattengift in Babynahrung: Hipp wird erpresst – Fünf manipulierte Gläschen in drei Ländern entdeckt
Der Babynahrungsmittelhersteller Hipp ist nach eigenen Angaben Opfer eines kriminellen Erpressungsversuchs geworden. In mittlerweile drei europäischen Ländern sind mit Rattengift versetzte Babygläschen des Unternehmens aufgetaucht, die offenbar gezielt manipuliert wurden, um Druck auszuüben.
Ermittlungen in Deutschland und Österreich laufen auf Hochtouren
Die Kriminalpolizei Ingolstadt hat unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Ingolstadt eine spezielle Ermittlungsgruppe mit dem Namen »Glas« eingerichtet. Bislang gibt es noch keinen konkreten Tatverdächtigen, die Ermittlungen richten sich gegen Unbekannt. »In Deutschland wurden keine mit Gift verunreinigten Gläser festgestellt«, betont das Polizeipräsidium Oberbayern Nord in einer aktuellen Pressemitteilung. Dennoch werden die Fälle mit höchster Priorität behandelt.
Fünf Gläschen sichergestellt – Suche nach weiterem manipulierten Produkt
Bisher konnten fünf vergiftete Gläschen sichergestellt werden, alle noch bevor sie verzehrt wurden. Die Fundorte verteilen sich auf:
- Österreich
- Tschechien
- Slowakei
Ein weiteres Glas könnte sich möglicherweise noch in Österreich im Umlauf befinden. Die österreichischen Behörden durchsuchen vorsorglich Krankenhäuser, Pflegeheime und Kindergärten, um dieses zu finden und eine Gefährdung von Babys und Kleinkindern zu verhindern.
Details zur Manipulation und Vorsichtsmaßnahmen
Die Täter hatten an den manipulierten Gläsern am Boden einen weißen Aufkleber mit einer roten Kreismarkierung angebracht. Die Polizei rät Verbrauchern zu besonderer Aufmerksamkeit:
- Achten Sie auf das typische Knack-Geräusch beim Öffnen. Fehlt es, könnte das Glas beschädigt sein.
- Prüfen Sie den Geruch des Inhalts auf Auffälligkeiten.
- Bei Verdacht sofort die örtliche Polizei verständigen.
Der toxikologische Nachweis von Rattengift in einem der Gläschen wurde bereits im Labor erbracht. In Österreich läuft derzeit eine zweite, noch eingehendere Untersuchung.
Hipp betont Qualitätssicherung und kooperiert mit Behörden
Das Unternehmen Hipp hat auf seiner Internetseite ausführliche Informationen zum Fall veröffentlicht und stellt klar: »Der Vorfall steht in keinem Zusammenhang mit der Qualität oder Herstellung von Hipp-Produkten. Unsere Produktions‑, Qualitäts‑ und Kontrollsysteme sind uneingeschränkt intakt.« Nach Erhalt der Erpressernachricht an ein unpersonalisiertes Sammelpostfach informierte Hipp umgehend die zuständigen Polizeibehörden und richtete einen internen Krisenstab ein.
Supermarktkette reagiert mit vorsorglichem Rückzug
Das in Österreich entdeckte manipulierte Glas der Sorte »Karotten mit Kartoffeln 190 Gramm« war in einem Supermarkt der Spar-Kette in Eisenstadt verkauft worden. Die Spar-Gruppe hat als Vorsichtsmaßnahme die betroffenen Hipp-Produkte nicht nur in Österreich, sondern auch in ihren Geschäften in Norditalien, Ungarn und anderen Nachbarländern aus den Regalen genommen.
Rechtliche Konsequenzen für die Täter
In Österreich ermittelt die Staatsanwaltschaft Eisenstadt wegen des Verdachts auf vorsätzliche Gemeingefährdung. Den Tätern droht hier eine Höchststrafe von bis zu zehn Jahren Gefängnis. Die internationale Zusammenarbeit der Behörden wurde intensiviert, insbesondere mit Blick auf grenzüberschreitende Einkäufer aus Ungarn im Burgenland.
Bislang ist glücklicherweise niemand durch den Erpressungsversuch zu Schaden gekommen. Die Ermittler hoffen nun, durch die Sicherstellung der Gläser konkrete Täterspuren zu finden und die Verantwortlichen schnellstmöglich zur Rechenschaft zu ziehen.



