Schuhhändler Sutor insolvent: 400 Jobs und 41 Filialen in Bayern gefährdet
Sutor insolvent: 400 Jobs und 41 Filialen in Bayern bedroht

Schuhhändler Sutor in Bayern ist insolvent – 400 Mitarbeiter und 41 Filialen betroffen

Der traditionsreiche bayerische Schuhhändler Sutor steht vor dem Aus. Das Unternehmen mit Sitz in Altdorf bei Landshut hat Insolvenz angemeldet. Damit sind 400 Arbeitsplätze und 41 Filialen in ganz Bayern unmittelbar gefährdet. Das 1934 gegründete Familienunternehmen konnte sich trotz seiner langen Geschichte nicht mehr gegen die aktuellen Marktherausforderungen behaupten.

Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet

Am 30. März 2026 wurden für mehrere Gesellschaften der Sutor-Gruppe Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Betroffen sind die Sutor Schuh GmbH, die FJ Trading GmbH, die Happy Lagerverkauf GmbH sowie die Sutor GmbH & Co. KG. Alle Firmen haben ihren Sitz in Altdorf bei Landshut in Bayern.

Da die Verfahren in Eigenverwaltung laufen, bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt und steuert weiterhin das Tagesgeschäft. Unterstützt werden die Chefs von einem Sachwalter, der die ordnungsgemäße Durchführung des Verfahrens überwacht. Bei Sutor handelt es sich dabei um den Insolvenzexperten Oliver Schartl von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen.

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Wirtschaftliche Probleme und Eigentümerwechsel

Als Hauptgründe für die Insolvenz gelten massive wirtschaftliche Probleme. Der stationäre Schuhhandel leidet unter einem strukturellen Wandel: Immer weniger Kunden kaufen in den Innenstädten ein, während gleichzeitig die Kosten für Personal und Energie kontinuierlich steigen. Hinzu kommt die starke Preiskonkurrenz durch Online-Anbieter, die den Markt zusätzlich unter Druck setzen.

Besonders pikant: Erst kurz vor der Insolvenz hatte der Berliner Unternehmer Steffen Liebich, Geschäftsführer der Leiser Handelsgesellschaft, Sutor über eine Beteiligungsgesellschaft übernommen. Nur wenige Tage nach diesem Eigentümerwechsel wurden am 8. Januar 2026 die vorläufigen Insolvenzanträge gestellt. Dies deutet darauf hin, dass die neuen Eigentümer bereits bei der Übernahme eine Sanierung unter Insolvenzschutz geplant hatten.

Zukunftspläne und Konsolidierungskurs

Ziel der Insolvenz in Eigenverwaltung ist es, das Unternehmen im laufenden Betrieb fortzuführen und neu auszurichten. Laut Informationen des Fachportals Retail News verfolgt der neue Eigentümer Steffen Liebich einen konsequenten Konsolidierungskurs im Schuhhandel. Geplant ist, Einkauf, Logistik und Verwaltung zusammenzulegen, um erhebliche Kosteneinsparungen zu erzielen.

Zudem sollen die verschiedenen Marken unter einem Dach effizienter gesteuert werden. Bislang laufen die Filialen unter den Namen Sutor und Happy Schuh. In der Leiser-Gruppe führt Liebich bereits eine Vielzahl von Schuhmarken, darunter die Filialisten Leiser, Schuhhof, Anika, Schlatholt und Kay. Das Management wird nun im Rahmen der Eigenverwaltung einen intensiven Blick auf die Filialstruktur und die gesamte Kostenarchitektur werfen.

Ungewisse Zukunft für Mitarbeiter und Filialen

Für die 400 betroffenen Mitarbeiter bedeutet die Insolvenz eine ungewisse Zukunft. Ob und wie viele der 41 Filialen erhalten bleiben können, ist derzeit noch völlig offen. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gibt dem Unternehmen zwar eine gewisse Atempause, doch die Uhr tickt unerbittlich.

Auf Anfragen von Medien haben bisher weder Sachwalter Oliver Schartl noch der neue Eigentümer Steffen Liebich reagiert. Die Mitarbeiter und Kunden des traditionsreichen Schuhhändlers müssen sich nun auf eine schwierige Übergangsphase einstellen, während das Management nach Lösungen für den Fortbestand des Unternehmens sucht.

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