US-Regierung plant Rettung von Spirit Airlines: Staat könnte bis zu 90 Prozent übernehmen
Die US-Regierung befindet sich nach Medienberichten in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine umfangreiche Rettungsaktion für den notleidenden Billigflieger Spirit Airlines. Das Finanzvolumen der geplanten Maßnahme beläuft sich auf rund 500 Millionen Dollar. Als Gegenleistung für die Finanzspritze könnte der US-Staat die Option auf die Übernahme eines Anteils von bis zu 90 Prozent an der angeschlagenen Fluggesellschaft erhalten.
Spirit Airlines kämpft seit Jahren mit Turbulenzen
Das Geschäft von Spirit Airlines ist seit Jahren von erheblichen Turbulenzen geprägt. Bereits im vergangenen August musste die Fluggesellschaft zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate einen Insolvenzantrag stellen. Aktuell ächzt das Unternehmen insbesondere unter den extrem hohen Kerosinpreisen, die eine direkte Folge des anhaltenden Iran-Kriegs sind. Diese Entwicklung hat die ohnehin prekäre finanzielle Situation des Billigfliegers weiter verschärft.
Trump signalisiert Unterstützungsbereitschaft
US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Dienstag in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC angedeutet, dass der Staat Spirit Airlines unter die Arme greifen könnte. „Vielleicht sollte die Regierung in diesem Fall aushelfen“, erklärte Trump und verwies dabei unter anderem auf die Bedeutung der etwa 14.000 Arbeitsplätze, die bei Spirit Airlines auf dem Spiel stehen. Der Präsident äußerte zudem sein persönliches Interesse an einer möglichen Übernahme der Fluggesellschaft.
Ungewöhnliche Einzelfallhilfe für Luftfahrtunternehmen
Obwohl die US-Regierung in der Vergangenheit bereits mehrfach die gesamte Luftfahrtindustrie in Krisenzeiten gestützt hat – etwa nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder während der Corona-Pandemie – wäre ein Eingreifen zugunsten eines einzelnen Unternehmens eine außergewöhnliche Maßnahme. In seiner zweiten Amtszeit hat Präsident Trump jedoch eine erhöhte Bereitschaft demonstriert, staatliche Anteile an Unternehmen im Gegenzug für Finanzhilfen zu übernehmen.
Ein bekanntes Beispiel für diese Strategie ist der Chipriese Intel: Hier erhielt die US-Regierung einen Anteil von rund zehn Prozent als Ausgleich für zuvor zugesagte Milliarden-Subventionen. Diese Vorgehensweise könnte nun auch bei Spirit Airlines zum Tragen kommen.
Hausgemachte Krise und gescheiterte Übernahme
Die aktuelle Krise bei Spirit Airlines gilt nach Ansicht von Branchenexperten als weitgehend hausgemacht. Scott Kirby, der Chef des deutlich größeren Konkurrenten United Airlines, äußerte sich kritisch zum Geschäftsmodell des Billigfliegers. „Das Problem liegt im Geschäftsmodell – und die hohen Kerosinpreise haben die Entwicklung nur beschleunigt“, so Kirby.
Bereits 2022 sollte Spirit Airlines vom Rivalen JetBlue übernommen werden. Doch die Wettbewerbshüter der damaligen Regierung unter Präsident Joe Biden zogen gegen diese Fusion vor Gericht, und ein Richter blockierte den Deal schließlich. Diese gescheiterte Übernahme hat die Position von Spirit Airlines weiter geschwächt.
Details der Rettungsaktion noch unklar
Nach aktuellen Überlegungen könnte die US-Regierung Spirit Airlines eine Finanzierung in Höhe von rund 500 Millionen Dollar gewähren und im Gegenzug die Aussicht auf Firmenanteile erhalten. Neben Bloomberg berichteten auch das „Wall Street Journal“ und CNBC über diese Pläne. Welche konkrete Beteiligung der Staat am Ende tatsächlich halten soll, ist nach Angaben informierter Personen jedoch noch nicht endgültig geklärt.
Die Verhandlungen befinden sich in einer entscheidenden Phase, und die endgültigen Konditionen der Rettungsaktion werden derzeit zwischen den Beteiligten ausgehandelt. Die Entwicklung wird von der Luftfahrtbranche und Investoren mit großer Spannung verfolgt, da sie Präzedenzcharakter für zukünftige staatliche Interventionen haben könnte.



