Asbest in Knetsand: Öko-Test findet nur ein belastetes Produkt - Verbraucherschützer geben Handlungsempfehlungen
Asbest in Knetsand: Öko-Test findet nur ein belastetes Produkt

Gefahr im Kinderzimmer? Asbest in Knetsand: Öko-Test gibt weitgehend Entwarnung

Der bunte Knetsand, auch als kinetischer Sand oder Magic Sand bekannt, fühlt sich für Kinder lustig an und fördert die Kreativität. Doch der Spaß kann schnell getrübt werden, wenn es um eine mögliche Belastung mit dem krebserregenden Stoff Asbest geht. Berichte über entsprechende Nachweise im Ausland haben in den vergangenen Wochen viele Familien verunsichert. Die gute Nachricht: Eine aktuelle Untersuchung der Zeitschrift Öko-Test zeigt, dass die meisten Produkte in Deutschland unbedenklich sind.

Untersuchungsergebnisse: Nur ein Produkt belastet

Öko-Test hat für die April-Ausgabe 2026 insgesamt 18 Knetsand-Produkte aus dem Einzel- und Onlinehandel gekauft und im Labor auf Asbestfasern untersuchen lassen. Das Ergebnis gibt weitgehend Entwarnung: 17 der getesteten Sands sind frei von Asbest. Bei einem Produkt, das in verschiedenen Onlineshops vertrieben wird, wiesen die Tester jedoch einen Asbestgehalt von 0,1 Massenprozent nach. Öko-Test ordnet ein: „Dies ist ein Wert, mit dem Bauabfälle bereits als Gefahrstoff gelten.“ Der Hersteller teilte auf Anfrage mit, den Verkauf gestoppt zu haben, allerdings war das Produkt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch verfügbar.

Hintergrund: Asbest in Spielsand

Asbest kommt natürlicherweise in Gestein vor und kann beim Abbau unbemerkt in den späteren Sand gelangen. Die aktuellen Probleme begannen mit Nachweisen in Belgien und den Niederlanden, gefolgt von Warnungen und Rückrufen, bei denen vor allem Produkte aus China betroffen waren. Es handelt sich dabei nicht um Sand aus der Sandkiste im Freien, sondern speziell um Knetsand für das Spielen im Kinderzimmer. Die Stiftung Warentest hatte in einer separaten Untersuchung ebenfalls Asbest in verschiedenen Sandprodukten nachgewiesen, darunter in Dekosand, Sand für Klebebilder und einmal in Knetsand.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Empfehlungen für besorgte Eltern

Die Öko-Test-Redakteurin Marieke Mariani rät Eltern, weiterhin auf offizielle Rückrufe zu achten. Wer unsicher ist, ob der eigene Knetsand betroffen ist, kann dies auf der Webseite produktwarnung.eu oder über die Listen der Stiftung Warentest überprüfen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt konkrete Handlungsanweisungen für den Fall, dass kein Entwarnung gebendes Untersuchungsergebnis vorliegt:

  1. Den Sand nicht weiter nutzen.
  2. Bei bereits erfolgter Nutzung sollten Eltern mit FFP2-Maske, Putzhandschuhen und Schutzbrille den Sand nass machen, um Staub zu vermeiden.
  3. Den nassen Sand mit einem Lappen aufwischen.
  4. Sand, Lappen und Schutzkleidung in ein geschlossenes Behältnis oder eine reißfeste Plastiktüte geben.
  5. Mögliche Untersuchungsergebnisse abwarten. Bei bestätigter Belastung muss der Sand als asbesthaltiger Abfall entsorgt werden, wobei der örtliche Abfallentsorger kontaktiert werden sollte.

Die Verbraucherschützer betonen, dass kein Grund zur Panik besteht. Asbest stellt vor allem dann ein Gesundheitsrisiko dar, wenn man dem Stoff über längere Zeit oder in hohen Konzentrationen ausgesetzt ist. Die Rückrufe der vergangenen Wochen scheinen Wirkung zu zeigen, da viele belastete Produkte bereits aus dem Handel verschwunden sind. Dennoch bleibt wachsame Aufmerksamkeit für Eltern wichtig, um die Sicherheit im Kinderzimmer zu gewährleisten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration