Gesellenfreisprechung in Prenzlau: 41 Junggesellen starten mit Verantwortung ins Berufsleben
Mit den bewegenden Liedzeilen „Lauf einfach los, lauf los in Dein Leben“ aus dem Uckermarsch-Lied eröffnete Sänger Markus Christiansen am Donnerstag, dem 19. März, die feierliche Gesellenfreisprechung der Kreishandwerkerschaft Uckermark. In der festlich geschmückten Aula des Gymnasiums Prenzlau wurden die Junggesellen und eine Junggesellin von Kindern der Kita „Gartenzwerge“ aus Prenzlau in den Saal geführt. Insgesamt konnten 41 erfolgreiche Prüflinge ihre Gesellenbriefe entgegennehmen, eine Zahl, die laut Katrin Grothe, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Uckermark, höher ausfiel als in der jüngeren Vergangenheit.
Würdigung von Leistung und Verantwortung
Gäste aus Politik und Wirtschaft, Vertreter des Handwerks, Lehrmeister, Lehrervertreter, Mitglieder der Gesellenprüfungsausschüsse und zahlreiche Angehörige waren gekommen, um den Junggesellen Respekt und Anerkennung für ihre Leistungen, ihren Fleiß und ihr Durchhaltevermögen zu zollen. Kreishandwerksmeister Christian Lau betonte in seinen Grußworten den Gesellenbrief als „Eintrittskarte in eine sichere berufliche Zukunft“. Er verwies auf die vielfältigen Möglichkeiten im Handwerk, sich weiterzubilden, den Meister zu machen, in die Selbstständigkeit zu gehen oder Leitungsaufgaben in einem Betrieb zu übernehmen. Gleichzeitig unterstrich er die Verpflichtung, Verantwortung für die eigene Arbeit zu übernehmen.
Prenzlaus Bürgermeister Marek Wöller-Beetz (CDU) berichtete in seiner Festrede von seinem eigenen Start im Handwerk als Kfz-Mechatroniker-Azubi. Bei „Meister Ecki“ habe er seine Schule des Lebens durchlaufen, so der Bürgermeister. Er hob hervor, dass das Handwerk zu den tragenden Säulen in der Region gehöre. In der Uckermark waren – Stand September 2025 – rund 1400 Betriebe in die Handwerksrolle eingetragen, 67 Betriebe weniger als im Jahr 2018. Ende 2025 befanden sich 475 junge Menschen in der Ausbildung in einem Handwerksberuf.
Herausforderungen und Chancen für die Region
Der stärkste Ausbildungsberuf in der Uckermark ist der des Kfz-Mechatronikers mit gut 100 Azubis, was sich an diesem Tag mit 19 freigesprochenen Junggesellen bestätigte. Besonders erfreulich sei, dass 19 Auszubildende mit ausländischer Herkunft in den Betrieben lernen. „Das zeigt: Das Handwerk ist offen, integrativ und eine echte Chance für Menschen, die sich eine Zukunft aufbauen wollen“, betonte Wöller-Beetz. Allerdings nahm er den Rückgang der neuen Ausbildungsverträge von 155 im Jahr 2024 auf 139 im Jahr 2025 als ernstes Signal wahr.
Er sieht es als Herausforderung für die Region, sich um noch frühzeitigere Berufsorientierung zu kümmern, die Stärkung des Werkunterrichts in der Grundschule voranzutreiben und die Infrastruktur zu verbessern, um auch Jugendlichen auf dem Lande den Weg zur Ausbildung zu ermöglichen. Vize-Landrat Frank Bretsch wünschte sich, die jungen Fachkräfte in der Uckermark halten zu können. Wie einst als Schulleiter würden auch die Lehrmeister mit jedem ihrer Junggesellen ein Stück Hoffnung verbinden.
Begeisterte Junggesellen und Auszeichnungen
Viele Junggesellen wurden von ihren Betrieben übernommen. Gene-Paul Rebenstock will bei Elektro Gottschalk als junger Facharbeiter weiter dazulernen und vielleicht in ein paar Jahren seinen Meister machen. Saskia Preussner, die einzige Junggesellin in der Runde, ausgebildet bei der R&A Slowinski GmbH in Templin, darf ebenfalls bleiben. Die 31-Jährige schwärmt, sie könne sich keinen vielseitigeren Beruf vorstellen und holt sich einen starken Rücken für den vermeintlichen Männerjob im Fitnesscenter.
Als beste Auszubildende wurden die Elektroniker Leon Burmeister (Elektrohaus Uckermark eG), Ben Kirsten (Elektro Gottschalk GmbH), Anlagenmechaniker Florian Lemke (Konschake Schmölln), Tischler Stefan Eschert (M. Pohlan, Angermünde) und Kfz-Mechatroniker Sam Maddox Haertel (HT-Truck Service & Handel Templin) ausgezeichnet. Sie durften sich über Präsente und Geschenke der Sparkasse Uckermark, von Interversicherung und Signal Iduna sowie der VR-Bank Uckermark-Randow freuen. Die Handwerkskammer spendierte Bildungsgutscheine in Höhe von 250 Euro.
Traditionsgemäß wurden zwölf Kerzen mit guten Wünschen den Junggesellen zur Ehre angezündet. Nicht alle 49, die die Ausbildung in den sieben Gewerken absolvierten, bestanden die Prüfung. Umso größer war der Beifall für jene 41, die es geschafft hatten. Auf ihnen ruhen viele Hoffnungen in der Uckermark: auf den Junggesellen in den Handwerksbetrieben, die nun mit neuem Verantwortungsbewusstsein ins Berufsleben starten.



