Abiturienten in Anklam erhalten Unterstützung für Abschlussfeier
Die 63 Schüler des Abiturjahrgangs 2026 am Lilienthal-Gymnasium in Anklam blicken mit gemischten Gefühlen auf ihre bevorstehende Abschlussfeier. Während die heiße Prüfungsphase noch bevorsteht, bereiten sie sich intensiv auf den traditionellen Abiball am 4. Juli vor. Die branchenübergreifenden Preissteigerungen machen jedoch auch vor dieser wichtigen Feier nicht halt, sodass die Jugendlichen mit Gesamtkosten von rund 20.000 Euro rechnen müssen.
Finanzielle Herausforderungen trotz früher Planung
Bereits zu Beginn der 11. Klasse starteten die Schüler mit verschiedenen Aktivitäten, um die notwendigen Mittel zusammenzubekommen. Das Organisationsteam um Willy Diedrich, Lena Trebbow und Finley Falk berichtet von Steinesammeln bei einem Landwirt, Glühweinverkauf auf Weihnachtsmärkten und Hilfstätigkeiten an Supermarktkassen. Doch wenige Monate vor dem großen Ereignis zeichnet sich ab, dass diese Einnahmen nicht ausreichen werden.
Neben den offensichtlichen Kosten für Miete des Volkshauses als Ballsaal, Bühne, DJ, Catering und Fotograf kommen zahlreiche weitere Ausgaben hinzu:
- Tanzunterricht für Einmarsch und Eröffnungstanz
- Fotobox und Dekoration
- Sicherheitsdienst und Versicherung
- Abizeitung und Jahrgangs-Shirts
Um nicht mit roten Zahlen dazustehen, haben Schüler und Elternvertreter nun einen Spendenaufruf an Anklamer Unternehmen gestartet.
Unterstützung aus der lokalen Wirtschaft
Annegret Ketelhut, Geschäftsführerin von „Anklam Küchen“ in der Leipziger Allee, reagierte prompt auf den Hilferuf. Mit einer Spende von 1.000 Euro unterstützt sie die Abschlussfeier der Jugendlichen. „Als Mutter finde ich es wichtig, dass Traditionen wie der Abiball nicht aus finanziellen Gründen wegfallen“, erklärt Ketelhut. Sie wünscht sich, dass die Anklamer Bevölkerung in dieser Frage zusammensteht und die jungen Menschen unterstützt.
Fehlende Treffpunkte für Jugendliche
Ketelhut sieht die Jugendlichen in Anklam jedoch in mehrfacher Hinsicht benachteiligt. „Wo sollen sie denn hin? Es gibt keine Treffpunkte in der Stadt, keine Bars, keine Diskotheken“, stellt sie fest. Besonders im Winter blieben den Jugendlichen kaum Alternativen, als sich zu Hause zu treffen. Die Unternehmerin wünscht sich mehr Engagement in der Stadt, um jungen Menschen nach dem Schulabschluss Perspektiven in Vorpommern zu bieten.
Suche nach bezahlbarer Location
Ein weiteres Problem beschäftigt die Abiturienten: Für die abschließende Jahrgangsfete am letzten Schultag, dem 24. April, suchen sie dringend eine passende und bezahlbare Location. Bisher erhielten sie nur Absagen oder können sich die Raummieten nicht leisten. Die Tradition am Anklamer Gymnasium sieht vor, den letzten Schultag nicht nur mit einem spaßigen Programm an der Schule, sondern auch mit einer Jahrgangsfete am Abend zu feiern.
Für Ideen und Angebote sind Schüler und Elternrat über die E-Mail-Adresse [email protected] erreichbar. Spenden können über den Schulförderverein getätigt werden unter der IBAN: DE72 1505 0500 0430 0046 30 bei der Sparkasse Vorpommern mit dem Stichwort „Abiturjahrgang 2026“.



