Berliner Schulpflicht bleibt trotz massiver Verkehrsstörungen durch Warnstreiks bestehen
Die Bildungsverwaltung der Hauptstadt hat entschieden, dass die Schulpflicht in Berlin am kommenden Freitag trotz der angekündigten umfangreichen Warnstreiks bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) nicht ausgesetzt wird. Allerdings werden in begründeten Einzelfällen Ausnahmen ermöglicht, wenn Schülerinnen und Schüler aufgrund der Streikmaßnahmen keine Möglichkeit haben, ihre Bildungseinrichtungen zu erreichen.
Flexible Handhabung bei Transportengpässen gefordert
In einem Rundschreiben an alle öffentlichen Schulen, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, bittet die Bildungsverwaltung die Schulleitungen ausdrücklich um umsichtige Regelungen im Umgang mit den erwarteten Transportproblemen. Da die Schulpflicht formal bestehen bleibt, sollen alternative Lösungen für betroffene Schüler gefunden werden.
Konkret schlägt die Verwaltung vor:
- Betroffenen Schülerinnen und Schülern Aufgaben für das häusliche Lernen mitzugeben
- Alternative Lernangebote digital oder in anderer Form zu unterbreiten
- Für Auszubildende die Möglichkeit zu schaffen, stattdessen in ihren Ausbildungsbetrieb zu gehen
Kommunikation mit Schulen ist verpflichtend
In jedem Fall müssen Schüler oder deren Eltern die Schule über die Transportprobleme informieren. Die endgültige Entscheidung über eine Beurlaubung oder nachträgliche Entschuldigung obliegt den einzelnen Schulen. Die Bildungsverwaltung zeigt sich zuversichtlich, dass die Schulen vor Ort gute Entscheidungen treffen werden, um sowohl den Unterricht als auch den Ganztagsbetrieb bestmöglich abzusichern.
Umfang der Verkehrseinschränkungen
Der Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben betrifft am Freitag und Samstag den gesamten Nahverkehr:
- Keine Straßenbahnen (Trams) im gesamten Stadtgebiet
- Kein U-Bahn-Verkehr
- Fast alle Buslinien fallen aus
Einzige Ausnahme im öffentlichen Nahverkehr ist die S-Bahn, die als Teil der Deutschen Bahn nicht von den BVG-Streiks betroffen ist und planmäßig verkehren soll. Die Bildungsverwaltung geht davon aus, dass viele Familien alternative Transportmöglichkeiten finden werden, betont aber gleichzeitig die Notwendigkeit flexibler Lösungen für jene, die tatsächlich keine Möglichkeit haben, ihre Kinder zur Schule zu bringen oder diese selbstständig den Weg antreten zu lassen.
Die Situation stellt sowohl Schulen als auch Familien vor besondere Herausforderungen, da unklar bleibt, wie viele Schüler tatsächlich von den Transportproblemen betroffen sein werden und wie voll die Klassenzimmer am Streiktag letztendlich sein werden.



