Brandenburgs Bildungsminister offen für bundesweite Debatte um Lehrerverbeamtung
Brandenburg offen für bundesweite Debatte um Lehrerverbeamtung

Brandenburgs Bildungsminister signalisiert Offenheit für bundesweite Reform der Lehrerverbeamtung

Die Debatte um die Zukunft der Lehrerverbeamtung gewinnt an Fahrt. Sachsen hat mit einem Vorstoß zur mittelfristigen Abschaffung der Verbeamtung von Lehrkräften eine bundesweite Diskussion angestoßen. Brandenburgs neuer Bildungsminister, der CDU-Politiker Gordon Hoffmann, der erstmals an der anstehenden Bildungsministerkonferenz teilnehmen wird, zeigt sich diesem Reformansinnen durchaus aufgeschlossen.

Bedingung: Nur gemeinsam mit allen Bundesländern

Das Bildungsministerium in Potsdam verdeutlichte jedoch eine entscheidende Voraussetzung. Minister Hoffmann stehe dem Vorschlag seines sächsischen Kollegen, Kultusminister Conrad Clemens, zwar positiv gegenüber. Ein solcher Schritt wäre aber nur dann erfolgversprechend, wenn er von allen Bundesländern gemeinsam beschritten würde. Eine isolierte Lösung lehnt Brandenburg ab.

Die Bildungsministerkonferenz wird sich auf Wunsch Sachsens am Donnerstag mit dem kontroversen Thema befassen. Die Frage, ob Lehrkräfte Beamte sein müssen, wird regelmäßig und emotional diskutiert. Aus dem Brandenburger Ministerium hieß es, die Beschäftigung von Lehrkräften im Angestelltenverhältnis sei nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2007 rechtlich zulässig und mit dem Grundgesetz vereinbar.

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Attraktivität des Berufs versus Haushaltsbelastung

Gleichzeitig betonte das Ministerium die Bedeutung der Verbeamtung für die Attraktivität des Lehrerberufs. „Das Angebot der Verbeamtung macht den Lehrerberuf attraktiver und ist ein gewichtiges Argument bei der Gewinnung von Nachwuchslehrkräften und Seiteneinsteigenden“, so die offizielle Stellungnahme. In Brandenburg sind bereits heute viele Lehrkräfte nicht verbeamtet. Im aktuellen Schuljahr 2025/2026 sind 31,1 Prozent aller Lehrkräfte im Landesdienst Tarifbeschäftigte, das entspricht 6.792 Personen. Darunter befinden sich 19,7 Prozent Seiteneinsteiger. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch bei 24,2 Prozent.

Auf der anderen Seite der Debatte verweist Sachsens Kultusminister Clemens auf die angespannte Finanzlage der öffentlichen Haushalte und die hohen Rückstellungen für die Beamten-Altersversorgung. „Zur Ehrlichkeit gehört, dass wir uns auf Dauer eine breite Verbeamtung bei dem Bedarf an Lehrkräften nicht mehr leisten können. Die Belastung der Haushalte ist einfach zu hoch“, argumentierte er. Sachsen hatte erst 2019 mit der Verbeamtung von Lehrern begonnen.

Berlin und Verbände halten dagegen

Während Brandenburg und Sachsen eine Debatte führen, sieht die Berliner Bildungsverwaltung unter Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) keinen Anlass für eine Kursänderung. Berlin war 2023 nach 18-jähriger Unterbrechung zur Verbeamtung von Lehrkräften zurückgekehrt, ein Schritt, der in allen anderen Bundesländern bereits Standard war.

Auch Verbände positionieren sich unterschiedlich. Der Lehrerverband führt an, die Verbeamtung garantiere in Zeiten extremistischer Bedrohungen auch eine besondere Verfassungstreue der Lehrkräfte. Der Bund der Steuerzahler drängt dagegen mit Verweis auf die angespannten öffentlichen Kassen darauf, generell weniger Menschen zu verbeamten. Die anstehende Bildungsministerkonferenz verspricht somit eine intensive und grundsätzliche Auseinandersetzung über das Beamtenverhältnis im Schulwesen.

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