Nach der Schließung des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin (TU) haben sich die Hochschulleitung und die Mitglieder des Senats ein Bild der Lage gemacht. Es gehe jetzt darum, „mit vereinten Kräften ganz pragmatisch die Situation anzugehen und hier dann schnellstmöglich für Besserung zu sorgen“, sagte Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) nach einer Begehung vor Ort.
Wegen baulicher Mängel ist das Hauptgebäude der TU seit Samstag geschlossen. Bei einer Begehung durch die Bauaufsicht und die Feuerwehr wurden am Freitag erhebliche bauliche Mängel festgestellt. Wann das Hauptgebäude wieder öffnen kann, ist derzeit noch unklar. Die Präsidentin der Hochschule, Fatma Deniz, antwortete auf die Frage nach einem Zeitplan: „Das ist zu diesem Zeitpunkt sehr schwer, in der Tat, zu sagen.“
Masterplan für Sanierung
Zunächst müsse ein vollständiger Überblick über die Schäden gewonnen werden, sagte Deniz. Bei der Begehung seien sehr große Mängel sichtbar – diese würden nun abgearbeitet. „Wir machen jetzt diesen Masterplan erst mal.“ Dabei werde geschaut, was kurzfristige und was mittelfristige Maßnahmen seien und von wo finanzielle sowie personelle Unterstützung komme. Die Universität sei dabei im sehr engen Austausch mit der Senatsverwaltung, sagte Deniz.
Natürlich wünsche sie sich, dass ganz schnell „während des Semesters wieder aufgemacht werden kann, damit man vielleicht in den Semesterferien Weiteres abarbeiten kann“, sagte Wissenschaftssenatorin Czyborra. „Aber es ist ja richtig, es hat keinen Zweck, wenn wir den einen Mangel beseitigt haben, wieder zu öffnen, und dann kommt ein neuer, größerer Mangel, der die Schließung wieder nötig macht.“ Das sei kein guter Plan. „Insofern ja, so schnell wie möglich, mit allen Kräften, die wir haben, mit aller Unterstützung, die wir bieten können - aber natürlich nicht kopflos.“
Betroffene Lehrveranstaltungen und Ersatzräume
Nach Angaben der TU sind rund 350 Lehrveranstaltungen in der Woche betroffen, die aufgrund der Schließung des Gebäudes in andere Räume verlegt oder gänzlich digital stattfinden müssen. Zudem werde darüber nachgedacht, Zelte für die Studierenden aufzustellen. „Das ist eine der Überlegungen, aber wir haben auch viele andere Hochschulen, die sich angeboten haben - auch für eventuelle Räumlichkeiten“, erklärte die TU-Präsidentin. Es habe sehr viele Unterstützungsangebote gegeben. Auch Firmen rund um den Campus in Charlottenburg seien mit Angeboten auf die TU zugekommen.
Sanierungsfahrplan und Finanzierung
Bausenator Christian Gaebler (SPD) sagte, vorrangig müssten unter anderem Brandschutz, Brandmeldeanlage und Notstromversorgung instand gesetzt werden. Eine gründliche und zügige Aufarbeitung sei das Gebot der Stunde, sagte er. Alle Beteiligten seien in enger Abstimmung. Insgesamt brauche es einen Sanierungsfahrplan für viele Gebäude der Hochschule, der schrittweise abgearbeitet werde.
In einer großen Taskforce-Runde werde besprochen, wie es zur nötigen Finanzierung kommen könne und welche Maßnahmen schnellstmöglich abgearbeitet werden müssten, sagte Czyborra. Im Rahmen der Schnellbauinitiative wurde demnach eine Vorlage an den Senat auf den Weg gebracht. Damit könnten knapp 20 Millionen Euro für kurzfristige Maßnahmen in einen Topf geworfen werden.
Regierender Bürgermeister vor Ort
Auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) machte sich vor Ort einen Eindruck von der Lage. In einem Instagram-Beitrag hieß es: „Wir setzen jetzt alles daran, dass Forschung, Lehrbetrieb und Verwaltung schnellstmöglich wieder gut arbeiten können.“ Der Präsidentin der TU habe er umfassende Unterstützung angeboten.



