Mehr als vier Jahrzehnte nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau in Baden-Württemberg hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst. Ein 70-jähriger Mann befindet sich seit Mitte April in Untersuchungshaft, wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Ulm gemeinsam bekannt gaben. Der dringende Tatverdacht lautet, dass der Mann die 31-jährige Frau im Jahr 1985 in Deggingen, südöstlich von Stuttgart, getötet hat, um ein zuvor an ihr begangenes Sexualdelikt zu vertuschen.
Die Leiche wurde nackt und gefesselt gefunden
Die Leiche der Frau wurde damals nackt und an den Beinen gefesselt neben einem Waldweg im Gewann Winterhalde entdeckt. Der Fall galt jahrzehntelang als ungelöst, bis umfangreiche Ermittlungen nun zu einem Durchbruch führten. Bereits Anfang November hatte es eine Durchsuchung beim Tatverdächtigen gegeben, bei der zahlreiche Beweismittel beschlagnahmt wurden.
Moderne Technik führte zur Aufklärung
Die Auswertung dieser Beweismittel, eine Neubewertung bereits vorhandener Spuren, ein rechtsmedizinisches Gutachten sowie der Abgleich von DNA-Spuren erhärteten den Tatverdacht gegen den 70-Jährigen. Der Mann ließ sich Mitte April widerstandslos festnehmen. Noch am selben Tag ordnete ein Haftrichter die Untersuchungshaft wegen des Verdachts des Mordes an. Die Ermittlungen dauern weiter an.
Als „Cold Case“ werden Straftaten bezeichnet, die lange Zeit ungeklärt bleiben. Sie beschäftigen Polizei und Staatsanwaltschaft über Jahre oder gar Jahrzehnte. Dank moderner Technik und neuer Ermittlungsansätze werden solche Altfälle immer wieder neu aufgerollt – oft mit Erfolg, wie dieser Fall zeigt.



