Streit im Volkswagen-Konzern: Warum bei VW schon wieder Werke bedroht sind – und bei Porsche bislang nicht
Vier deutsche Werke gelten im Volkswagen-Konzern als zu teuer. Dabei produzieren die VW-Fabriken in Zwickau und Emden noch relativ günstig. Sie haben ein ganz anderes Problem: eine zu geringe Auslastung. Während Porsche von den Sparmaßnahmen bislang verschont bleibt, stehen bei der Kernmarke VW tiefgreifende Einschnitte bevor.
Die Lage bei Volkswagen
Der Volkswagen-Konzern steht unter Druck. Nach einem Bericht des Spiegel sind vier deutsche Werke der Kernmarke VW von möglichen Schließungen oder Produktionsverlagerungen bedroht. Dazu zählen die Standorte Zwickau und Emden, die trotz vergleichsweise niedriger Stückkosten unter einer schwachen Auslastung leiden. Die hohen Fixkosten der Werke können bei sinkenden Produktionszahlen nicht mehr gedeckt werden.
Warum Zwickau und Emden trotz günstiger Produktion gefährdet sind
Die Werke in Zwickau und Emden gelten als effizient. Sie produzieren zu Kosten, die unter dem Konzerndurchschnitt liegen. Dennoch sind sie von den Sparplänen betroffen, weil die Nachfrage nach den dort gefertigten Modellen – vor allem Elektroautos – eingebrochen ist. Zwickau ist das Herz der E-Mobilität von VW, doch der Absatz von ID.-Modellen stagniert. Emden fertigt den ID.4 und den ID.7, die ebenfalls unter schwachen Verkaufszahlen leiden. Die Folge: Die Bänder laufen nicht mehr ausgelastet, was die Stückkosten in die Höhe treibt.
Porsche bleibt verschont
Anders sieht es bei der Tochter Porsche aus. Hier sind keine Werkschließungen geplant. Porsche profitiert von einer starken Markenposition und höheren Margen. Die Auslastung der Werke in Zuffenhausen und Leipzig ist stabil. Zudem hat Porsche frühzeitig auf Elektromobilität gesetzt und kann auf eine treue Kundschaft bauen. Daher bleibt das Unternehmen von den radikalen Sparmaßnahmen verschont, die der Mutterkonzern nun umsetzen muss.
Hintergrund des Konflikts
Der Streit im VW-Konzern spitzt sich zu. Betriebsrat und IG Metall wehren sich gegen die Pläne des Vorstands, Werke zu schließen oder zu verkleinern. Sie verweisen auf die hohe Produktivität der Standorte und fordern stattdessen eine bessere Auslastung durch neue Modelle oder kürzere Arbeitszeiten. Der Vorstand hingegen sieht keine Alternative zu Kostensenkungen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Gespräche zwischen den Tarifparteien gelten als schwierig.
Ausblick
Die Zukunft der vier bedrohten Werke ist ungewiss. Sollte es zu Schließungen kommen, wären tausende Arbeitsplätze in Gefahr. VW steht vor der Herausforderung, den Wandel zur Elektromobilität zu meistern, ohne die Belegschaft zu überfordern. Die Entscheidungen der kommenden Wochen werden richtungsweisend für den gesamten Konzern sein.



