Brandenburgs Bildungsminister warnt: Rekord-Lehrermangel droht im nächsten Schuljahr
Brandenburg: Rekord-Lehrermangel droht laut Minister

Brandenburgs Bildungsminister warnt vor historischem Lehrermangel

Brandenburgs neuer Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) hat gleich zu Beginn seiner Amtszeit alarmierende Nachrichten verkündet. Der CDU-Politiker bereitet das Land auf ein äußerst schwieriges Schuljahr vor und spricht von den größten Problemen, mit denen die Schulen im Land jemals konfrontiert waren.

„Absoluter Peak“ beim Lehrermangel erwartet

Im Bildungsausschuss des Landtags sagte Hoffmann: „Wir werden im nächsten Schuljahr den absoluten Peak erleben mit den höchsten Schülerzahlen in Brandenburg und dem größten Lehrermangel.“ Der Minister räumte ein, dass er nicht garantieren könne, die Stundentafel in gewohnter Weise abzusichern. Es werde „wahnsinnig schwierig“, genügend Lehrkräfte einzustellen, um den Unterrichtsbetrieb aufrechtzuerhalten.

Hoffmann übernahm das Bildungsressort erst kürzlich von der SPD, die mehr als drei Jahrzehnte den Bildungsminister stellte. Brandenburg startete bereits ins laufende Schuljahr mit einem Lehrermangel bei steigenden Schülerzahlen, konnte damals aber noch die Stundentafel sichern.

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Proteste gegen Stellenkürzungen verschärfen die Lage

Die Situation wurde durch Haushaltskürzungen 2025 zusätzlich verschärft, bei denen 345 Vollzeitstellen für Lehrer gestrichen wurden. Seit dem zweiten Halbjahr unterrichten die meisten Lehrkräfte zudem eine Stunde pro Woche mehr. Diese Maßnahmen hatten zu massiven Protesten geführt, und die CDU im Landtag warnte bereits damals vor Chaos.

Der Minister bestätigte, dass die Kürzungen die Situation verschlimmert haben: „Durch die Stellenkürzungen konnten im letzten Schuljahr sehr viele Seiteneinsteiger nicht eingestellt werden.“ Die neue SPD/CDU-Koalition plant trotz knapper Finanzen, 250 zusätzliche Lehrerstellen bereitzustellen.

AfD-Bildungspolitiker Dennis Hohloch begrüßte die frühzeitige Warnung des Ministers: „Ich finde das also gut, wie Sie uns hier schon mal vorwarnen.“ Die AfD hatte die bisherigen Kürzungen scharf kritisiert.

Bildungsoffensive mit Fokus auf Grundlagen

Minister Hoffmann kündigte umfassende Veränderungen an den Schulen an, mit besonderem Fokus auf die Stärkung grundlegender Kompetenzen. Eine „Lesen-Schreiben-Rechnen-Offensive“ soll gestartet werden, bei der das sogenannte Leseband von bisher 200 auf mehr Schulen ausgeweitet wird. Dabei handelt es sich um verbindliche Lesezeiten zur Verbesserung der Leseflüssigkeit.

Ein ähnliches Rechenband ist zunächst als Pilotprojekt geplant, später soll es verpflichtend werden. Zudem plant Hoffmann eine zusätzliche Deutschstunde in der Grundschule – aus 93 werden 94 Wochenstunden in den Klassen 1 bis 4, ohne dass andere Fächer darunter leiden sollen. AfD-Politiker Hohloch zeigte sich skeptisch: „Da muss man, denke ich, mehr tun.“

Steigende Schülerzahlen verschärfen den Bedarf

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Brandenburg ist im laufenden Schuljahr erneut gestiegen. Mehr als 323.000 Schüler besuchen allgemeinbildende und berufliche Schulen – das sind knapp 2.500 Schüler (0,8 Prozent) mehr als im Vorjahr. Rund 24.000 Kinder wurden eingeschult, allerdings zum zweiten Mal in Folge weniger als im Vorjahr (702 Schüler weniger).

Diese demografische Entwicklung bei gleichzeitiger Reduzierung von Lehrerstellen stellt das Bildungssystem Brandenburgs vor historische Herausforderungen, die nach Einschätzung des Ministers im kommenden Schuljahr ihren Höhepunkt erreichen werden.

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