Probeunterricht fürs Gymnasium: Brandenburg übertrifft Berlin deutlich bei Erfolgsquote
Gymnasium-Probeunterricht: Brandenburg übertrifft Berlin deutlich

Probeunterricht für den Wechsel zum Gymnasium: Brandenburg mit deutlich höherer Erfolgsquote als Berlin

Ohne eine entsprechende Grundschulempfehlung den Sprung auf das Gymnasium schaffen – in Berlin und Brandenburg ist dies nur durch einen speziellen Probeunterricht möglich. Die aktuellen Zahlen für das Schuljahr 2026/27 zeigen dabei erhebliche regionale Unterschiede. Während in Brandenburg rund 15 Prozent der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erfolgreich sind, liegt die Quote in der Hauptstadt Berlin bei deutlich unter zwei Prozent.

Brandenburg: 79 Schüler bestehen den Probeunterricht erfolgreich

Laut Angaben des Bildungsministeriums in Potsdam haben in Brandenburg 79 Mädchen und Jungen den Probeunterricht am Gymnasium erfolgreich absolviert. Diese Kinder erhalten damit die Möglichkeit, trotz fehlender Grundschulempfehlung auf ein Gymnasium zu wechseln. Insgesamt nahmen 515 Schülerinnen und Schüler an dem besonderen Test teil, eingeladen waren ursprünglich 673 Bewerberinnen und Bewerber. Dies entspricht einer bemerkenswerten Erfolgsquote von 15,4 Prozent.

Berlin: Nur geringer Prozentsatz schafft den Sprung zum Gymnasium

In der Bundeshauptstadt Berlin sieht die Situation deutlich anders aus. Hier konnten lediglich 1,22 Prozent der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ihre gymnasiale Eignung nachweisen und erhielten eine entsprechende Empfehlung für den Wechsel. Nach Informationen der Berliner Bildungsverwaltung versuchten insgesamt 1.223 Mädchen und Jungen, über den Probeunterricht doch noch den Zugang zum Gymnasium zu erhalten. Die extrem niedrige Erfolgsquote unterstreicht die hohen Hürden in der Hauptstadt.

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Bildungsminister betont Bedeutung der Zulassungskriterien

Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) äußerte sich positiv zu den Ergebnissen. Der Probeunterricht zeige, dass die bestehenden Zulassungskriterien in den absolut meisten Fällen eine Schullaufbahn in die richtige Richtung lenkten. Diese Aussage unterstreicht die Funktion des Tests als zusätzliches Auswahlverfahren neben den regulären Grundschulempfehlungen.

Übergangsverfahren mit tausenden Schülern betroffen

Zum kommenden Schuljahr 2026/27 befinden sich laut Ministeriumsangaben rund 20.000 Schülerinnen und Schüler im Übergang von der Grundschule an eine weiterführende Schule, dem sogenannten Ü7-Verfahren. Von diesen Kindern haben:

  • 9.000 ein Gymnasium als Erstwunsch angegeben
  • 7.000 ein Gymnasium als Zweitwunsch genannt

Dabei sind Überschneidungen zwischen den Wünschen möglich, da einige Schüler sowohl ein Gymnasium als Erstwunsch als auch als Zweitwunsch angeben können. Die Zahlen verdeutlichen das große Interesse am gymnasialen Bildungsweg in beiden Bundesländern.

Die deutlichen Unterschiede zwischen Berlin und Brandenburg bei den Erfolgsquoten im Probeunterricht werfen Fragen nach den zugrundeliegenden Ursachen auf. Mögliche Faktoren könnten unterschiedliche Anforderungen, Vorbereitungsmöglichkeiten oder auch demografische Unterschiede zwischen den Regionen sein. Die Ergebnisse zeigen jedenfalls, dass der Weg zum Gymnasium ohne Grundschulempfehlung in beiden Bundesländern eine besondere Herausforderung darstellt, die in Berlin jedoch deutlich schwerer zu meistern ist als im benachbarten Brandenburg.

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