Kita-Krise im Osten: SPD warnt vor Strukturverlust durch sinkende Kinderzahlen
Kita-Krise im Osten: SPD warnt vor Strukturverlust

Kita-Krise im Osten: SPD warnt vor Strukturverlust durch sinkende Kinderzahlen

In Ostdeutschland verschärft sich die Situation in der frühkindlichen Bildung: Während die Kinderzahlen rapide sinken und Kita-Plätze vermehrt frei bleiben, warnen SPD-Politiker vor einem drohenden Wegfall von Bundesmitteln. Die sozialdemokratischen Kita-Experten aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben ein dringendes Forderungspapier erarbeitet, das an Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) übermittelt werden soll.

Demografischer Wandel trifft mit voller Wucht

Der demografische Wandel zeigt in den ostdeutschen Bundesländern bereits gravierende Auswirkungen. Im Gegensatz zu vielen westdeutschen Regionen, die händeringend nach pädagogischem Fachpersonal suchen, stehen im Osten zunehmend Kita-Plätze leer. „Es steht erneut ein Wegbrechen der Kita-Strukturen bevor“, heißt es in dem Schreiben der SPD-Fachpolitiker. Sie betonen die sozialen Folgen: Gut ausgebildete und vor allem junge Fachkräfte bangen um ihre berufliche Zukunft, während wichtige Einrichtungen von Schließung bedroht sind.

Finanzielle Unterstützung ab 2027 in Gefahr

Besondere Sorge bereitet den Sozialdemokraten die geplante Einstellung bestimmter Bundesmittel ab dem Jahr 2027. Bisher konnten Mittel aus dem Kita-Qualitätsgesetz des Bundes auch für die Verbesserung der Personalschlüssel und zur Gewinnung von Fachkräften genutzt werden. „Die vorgesehene Einstellung der Bundesmittel für diese Handlungsfelder ist nicht zu verantworten“, argumentieren die SPD-Politiker. Sie fordern eine dauerhafte und erhöhte Bundesfinanzierung, um die von Bund gesetzten Standards abzusichern.

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Unterschiede zwischen Ost und West

In ihrem Papier machen die Fachpolitiker auf wesentliche Unterschiede zwischen der ost- und westdeutschen Kita-Landschaft aufmerksam:

  • Ostdeutschland verfügt über ein gut ausgebautes, flächendeckendes Kita-Netz
  • Die längeren Öffnungszeiten ermöglichen es insbesondere ostdeutschen Frauen und Alleinerziehenden, Beruf und Familie besser zu vereinbaren
  • Bei unter Dreijährigen liegt der Anteil der Kita-Kinder um 22 Prozent höher als im Westen
  • Im Osten arbeiten mehr Elternpaare und mehr Frauen in Vollzeit

Allerdings räumen die SPD-Politiker ein: „Der Personalschlüssel allerdings ist in allen Altersgruppen noch immer weit von dem westdeutschen entfernt.“ Die ostdeutschen Länder arbeiten jedoch kontinuierlich an der Qualitätsverbesserung in den Kitas.

Konkrete Forderungen der SPD

Die sozialdemokratischen Kita-Experten fordern in ihrem Papier:

  1. Weiterhin Mittel für den Personalschlüssel an Kitas und für die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte
  2. Finanzielle Unterstützung für längere Betreuungszeiten in Krippe und Kita von mehr als acht Stunden
  3. Eine erhöhte auskömmliche Bundesfinanzierung für neue Standards

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte angekündigt, in diesem Jahr einen Gesetzentwurf im Bereich frühkindlicher Bildung vorzulegen. Die SPD-Politiker betonen: „Der im Westen notwendige Ausbau von Plätzen und die Gewinnung von pädagogischen Fachkräften, um bestehende und künftige Rechtsansprüche abzusichern, kann nicht zulasten des Ostens umgesetzt werden.“ Die Zukunft der ostdeutschen Kita-Landschaft steht auf dem Spiel.

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