Mexiko macht Rückzieher: Keine vorgezogenen Sommerferien wegen WM
Mexiko stoppt vorgezogene Sommerferien wegen WM

Die mexikanische Regierung hat ihre Entscheidung revidiert, die Sommerferien aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft vorzuziehen. Wie das Bildungsministerium mitteilte, müssen die Schülerinnen und Schüler nun doch bis zum 15. Juli die Schulbank drücken. Damit wird der Unterricht nicht wie ursprünglich geplant um sechs Wochen gekürzt.

Rückzieher im Streit um WM-Ferien

Die Regierung des Co-Gastgeberlandes lenkte damit im Streit über eine Verlängerung der Sommerferien ein. Allerdings können die regionalen Behörden weiterhin eigenständig über Anpassungen des Zeitplans entscheiden, je nach örtlichen Gegebenheiten. Bildungsminister Mario Delgado betonte: „Damit wird das Wohl der Schülerinnen und Schüler in den Vordergrund gestellt und Millionen mexikanischen Familien, deren Alltag vom Schulkalender abhängt, werden Sicherheit und Stabilität geboten.“

WM 2026 in Mexiko

Mexiko richtet gemeinsam mit den USA und Kanada die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 aus. Das Eröffnungsspiel findet am 11. Juni im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt statt, wo Mexiko auf Südafrika trifft. In Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey werden insgesamt 13 WM-Spiele ausgetragen.

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Hohe Temperaturen und Verkehrsbelastung als Begründung

Das mexikanische Bildungsministerium hatte erst in der vergangenen Woche den Beginn der Sommerferien um mehr als einen Monat vorgezogen. Dies hätte für über 24 Millionen Schüler zu einer Ferienzeit von fast drei Monaten geführt. Begründet wurde der Schritt mit der WM und den hohen Temperaturen in einigen Regionen. Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Clara Brugada, hatte zudem gefordert, an WM-Spieltagen die Schulen geschlossen zu lassen und Arbeitnehmern Homeoffice zu ermöglichen, um Staus und eine Überlastung des öffentlichen Nahverkehrs zu vermeiden.

Kritik von Eltern und Bildungsexperten

Elternvertreter und Bildungsexperten hatten die Verlängerung der Schulferien scharf kritisiert. „Die Bildung unserer Kinder darf nicht für eine Sportveranstaltung geopfert werden“, zitierte die Zeitung „El Universal“ aus einer Stellungnahme des Elternverbands UNPF. Patricia Vázquez von der Bildungsinitiative Mexicanos Primero schrieb auf X: „Das Schuljahr vorzeitig zu beenden, kann keine Lösung für die Herausforderungen des Bildungssystems sein. Jeder Schultag zählt, insbesondere für Millionen von Kindern und Jugendlichen, die noch immer mit Lerndefiziten zu kämpfen haben.“ Marco Fernández, Bildungsexperte an der Technischen Universität Monterrey, äußerte sich besorgt: „Angesichts der Herausforderungen, die wir bei der Verbesserung der Lernergebnisse unserer Schüler zu bewältigen haben, ist es besorgniserregend, dass die Regierung sich mehr um die Weltmeisterschaft kümmert als darum, dass die Kinder Lesen, Rechnen und Grundlagen des wissenschaftlichen Denkens lernen.“

Kritiker setzen sich durch

Mit der Kehrtwende der Regierung haben sich die Kritiker offenbar durchgesetzt. Die Entscheidung, den Schulkalender nicht zu ändern, soll nun für Stabilität sorgen und den Bildungsalltag der Familien gewährleisten.

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