Rostocker Schüler verlegen Stolpersteine für NS-Opfer in der Mecklenburgischen Seenplatte
Schüler verlegen Stolpersteine für NS-Opfer in Wesenberg

Rostocker Schüler setzen Zeichen gegen das Vergessen in der Mecklenburgischen Seenplatte

Eine engagierte Schülergruppe aus Rostock macht sich seit Jahren für die Aufarbeitung deutscher Geschichte stark. Ihr aktuelles Projekt führt die Jugendlichen in die malerische Mecklenburgische Kleinseenplatte, wo sie in Wesenberg Stolpersteine für NS-Opfer verlegen. Diese besonderen Gedenksteine erinnern an das Schicksal von Zeugen Jehovas, die während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgt wurden.

Sieben Jahre intensive Recherchearbeit

Die Arbeitsgemeinschaft „Kriegsgräber“ an der Europaschule Rövershagen existiert bereits seit 1999 und bietet Schülerinnen und Schülern der Klassen fünf bis zwölf die Möglichkeit, sich mit regionalgeschichtlichen Themen auseinanderzusetzen. „Derzeit sind 25 Schüler ehrenamtlich dabei“, berichtet Lehrerin Petra Klawitter, die die Jugendlichen bei ihren Projekten begleitet. Seit 2016 beschäftigt sich die Gruppe intensiv mit den Schicksalen von Zeugen Jehovas aus Mecklenburg-Vorpommern.

Aus dieser Arbeit entstanden bereits eine informative Broschüre und eine bewegende Ausstellung. „Im vergangenen Jahr haben wir mit Historiker Falk Bersch darüber beraten, wie wir die Schicksale von Zeugen Jehovas noch mehr in den Fokus der Bildungsarbeit und in die Öffentlichkeit bringen können“, erklärt Klawitter die Motivation hinter dem aktuellen Vorhaben.

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Drei persönliche Schicksale im Mittelpunkt

Die Idee zur Stolpersteinverlegung entwickelten die Schüler selbst, basierend auf ihren umfangreichen Recherchen. Am 10. März werden in Wesenberg gleich drei Erinnerungssteine verlegt:

  • Für Paul Kracht, dessen Schicksal die Jugendlichen neu erforscht haben
  • Für Frieda Winks, die als Zeugin Jehovas unter dem NS-Regime litt
  • Für Johann Winks, der ebenfalls der Religionsgemeinschaft nahestand

Die Informationen zu diesen Persönlichkeiten stammen maßgeblich aus den Recherchen der Schüler, wobei Historiker Falk Bersch sowohl inhaltlich als auch organisatorisch unterstützte. Wesenbergs Bürgermeister Steffen Rißmann (CDU) hat das Engagement der Jugendlichen von Anfang an sehr positiv aufgenommen und die Initiative unterstützt.

Überregionale Aktivitäten und Berlin-Reise

Die Rostocker Schüler beschränken ihre Aktivitäten nicht nur auf den eigenen Landkreis und die Seenplatte. Am 24. Juni werden sie nach Berlin reisen, wo ein Denkmal für die Zeugen Jehovas eingeweiht wird. „Auch dort werden wir zugegen sein und Biografien lesen“, teilt Klawitter die nächsten Pläne der engagierten Gruppe mit.

Die Stolpersteine, die europaweit an Menschen erinnern, die von den Nazis verfolgt und ermordet wurden, erhalten in Wesenberg somit eine besondere Bedeutung. Sie stehen nicht nur für das Gedenken an die Opfer, sondern auch für das Engagement einer jungen Generation, die sich aktiv mit der deutschen Geschichte auseinandersetzt und dafür sorgt, dass diese Schicksale nicht in Vergessenheit geraten.

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