Social-Media-Kommission: Prien kündigt Expertenempfehlungen für Kinder und Jugendliche an
In der intensiv geführten Debatte über Altersbeschränkungen für Social-Media-Plattformen hat Bundesbildungsministerin Karin Prien wichtige Zwischenergebnisse einer Expertenkommission für den kommenden Monat angekündigt. Konkrete Handlungsempfehlungen des Gremiums sollen noch vor der Sommerpause Ende Juni vorliegen, wie die CDU-Politikerin im Rahmen der Bildungsministerkonferenz in Berlin bekannt gab.
Wissenschaftliche Grundlagen und differenzierte Debatte
Mitte April wird die Kommission zunächst Ergebnisse zum aktuellen Stand der Wissenschaft präsentieren. Diese umfassen medizinische, kinder- und jugendpsychologische, medienpädagogische sowie juristische Fragestellungen. Dazu gehören auch nationale und europarechtliche Regelungskompetenzen, die für eine umfassende Bewertung der Social-Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen entscheidend sind.
Prien betonte, dass sich die politische Debatte in Deutschland stärker auf diese wissenschaftlichen Grundlagen stützen müsse. „Das muss eine differenzierte Debatte sein, die sich nicht nur auf ein eventuelles Social-Media-Verbot, genauer genommen eine Altersbeschränkung mit Altersverifikation begrenzen darf“, erklärte die Ministerin. Sie forderte eine breite Diskussion, die über einfache Verbote hinausgeht und pädagogische sowie präventive Maßnahmen einbezieht.
Handlungsempfehlungen vor der Sommerpause
Bereits am 24. Juni, noch vor der parlamentarischen Sommerpause, wird die Expertenkommission ihre konkreten Handlungsempfehlungen vorlegen. Diese sollen als Grundlage für mögliche gesetzliche oder bildungspolitische Initiativen dienen. Das Expertengremium wurde im Herbst eingesetzt, um die komplexen Herausforderungen der Social-Media-Nutzung durch Kinder und Jugendliche zu analysieren.
In der zuletzt immer intensiver geführten Debatte über mögliche Altersbeschränkungen für Plattformen wie Instagram, TikTok und Facebook wurde wiederholt auf die Kommission verwiesen, deren Ergebnisse mit Spannung erwartet werden. Die Diskussion wurde insbesondere durch die Einführung von Social-Media-Sperren für Kinder in Australien befeuert, die auch in Deutschland zu kontroversen Positionen geführt hat.
Die Expertenkommission setzt sich aus Fachleuten verschiedener Disziplinen zusammen, die gemeinsam praxisnahe Lösungen entwickeln sollen. Dabei stehen nicht nur regulatorische Aspekte im Fokus, sondern auch Aufklärungsarbeit, elterliche Begleitung und schulische Bildung im Umgang mit digitalen Medien.



