Tag der Berufe in Prenzlau: 64 Aussteller bieten Jugendlichen direkte Berufsorientierung
Tag der Berufe: 64 Aussteller beraten Jugendliche in Prenzlau

Tag der Berufe lockt Hunderte Jugendliche nach Prenzlau

Wie geht es nach der Schule weiter? Diese Frage beschäftigt zahlreiche junge Menschen in der Uckermark. Beim Tag der Berufe am Oberstufenzentrum Uckermark in Prenzlau fanden rund 900 Jugendliche und Eltern Antworten aus erster Hand. Die jährliche Berufs-, Ausbildungs- und Praktikumsmesse bot eine umfassende Plattform zur Orientierung.

Konkrete Berufswünsche und erste Kontakte

Lena Dubrau, Schülerin der 9. Klasse, hat bereits klare Vorstellungen für ihre Zukunft. „Ich möchte einen Beruf in der Blaulichtfamilie lernen“, erklärte die Jugendliche. Beim Messebesuch informierte sie sich intensiv bei Auszubildenden der Uckermärkischen Rettungsdienstgesellschaft über den Beruf des Notfallsanitäters. Kimberly Hahs im ersten und Gina Aust im dritten Lehrjahr standen für Fragen zur Verfügung und gaben praktische Einblicke.

Auch Moritz Klopsch nutzte die Gelegenheit mit seiner gesamten Familie. Sein Berufswunsch: Förster werden. Am Stand von AGRARaktiv, dem Kompetenzzentrum für Landwirtschaft und ländlichen Raum, erhielt er wertvolle Tipps von Gerlind Korb. Die Organisation vermittelt Ausbildungen in insgesamt 14 grünen Berufen und zeigte damit die Bandbreite der Möglichkeiten im Agrarbereich.

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Breites Spektrum an Ausstellern und Berufen

Insgesamt 64 Aussteller hatten den Weg nach Prenzlau gefunden, um ihre Ausbildungs- und Studienangebote zu präsentieren. Das Spektrum reichte buchstäblich von A bis Z – von der Adolf Siebeneicher GmbH bis zum Zoll. Handwerksbetriebe, Unternehmen, Behörden und Dienstleister deckten ein weites Feld ab.

Die Dachklempnerei Kastaun aus Prenzlau stellte beispielsweise den Beruf des Klempners vor. Die Bundeswehr war mit einem speziellen Ausbildungs-Truck vom Karriere Center Berlin angereist und informierte über mehr als 50 zivile Ausbildungsberufe. Selbst bei winterlichen Straßenverhältnissen und Glatteis zeigte sich das große Interesse der Besucher.

Regionale Initiative zur Fachkräftesicherung

Hinter der Veranstaltung steht eine gemeinsame Ausbildungsinitiative. Neben dem Oberstufenzentrum Uckermark organisieren der Landkreis Uckermark, die Arbeitsagentur Eberswalde und das Staatliche Schulamt Frankfurt/Oder jährlich den Tag der Berufe. „Wir wollen den Eltern und Jugendlichen, die jetzt an dem Punkt sind, nach der Schule den Übergang in die Ausbildung oder in den Beruf zu finden, hier zeigen, was vor Ort alles möglich ist“, erläuterte Henryk Wichmann, Dezernent für Arbeit und Soziales im Landkreis Uckermark.

Die Motivation ist dabei durchaus eigennützig: „Wir wollen nämlich ganz viele junge Menschen auch hier in der Region halten. Wir brauchen jeden von euch in der Uckermark“, richtete Wichmann seine Worte direkt an die anwesenden Schülerinnen und Schüler. Die Sicherung von Fachkräften für die Region steht im Mittelpunkt der Bemühungen.

Praktika als Schlüssel zur Berufsfindung

Viele Aussteller gaben den Jugendlichen und ihren Eltern einen zentralen Rat: Praktika absolvieren, um Berufe praktisch kennenzulernen. Roman Hentzsch, Fuhrparkleiter bei der Uckermärkischen Dienstleistungsgesellschaft (UDG), empfahl dem 14-jährigen Paul Engel aus Schönwerder ein solches Praktikum. Die UDG bildet nicht nur Abfallentsorger, sondern auch Straßenwärter aus.

Ein beeindruckendes Beispiel für den Erfolg dieses Ansatzes ist Leonie Buggert. Die heute 18-Jährige entdeckte während der Berufsbildungsvorbereitung ihr handwerkliches Geschick im Fach Metall. Ihr Vater vermittelte ihr ein Praktikum in der Dachklempnerei Kastaun. „Sie hat Talent. Selbst bei den Temperaturen der vergangenen Tage war sie mit auf dem Dach und hat mitgezogen“, berichtete Firmeninhaber Christian Kastaun. Leonie wird sich nun für die Ausbildung zur Klempnerin bewerben und hat laut Kastaun gute Chancen.

Vielfältige Orientierungsmöglichkeiten

Unter den Besuchern befanden sich viele Acht- und Neuntklässler, die den Tag der Berufe zur ersten Orientierung nutzten. Paul Engel aus Schönwerder suchte nach Ideen für seine berufliche Zukunft und informierte sich an verschiedenen Ständen. Die immense Auswahl an Berufen und die direkten Gespräche mit Ausbildern und Auszubildenden boten wertvolle Einblicke.

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Sabine Endmann, Pressesprecherin der Arbeitsagentur, zeigte sich erfreut über die rege Teilnahme. Trotz der widrigen Wetterbedingungen besuchten Hunderte die Messe und nutzten die Chance, sich über Ausbildungswege in ihrer Heimatregion zu informieren. Der Tag der Berufe in Prenzlau hat sich damit erneut als wichtige Plattform für die berufliche Orientierung junger Menschen in der Uckermark etabliert.