Schüler-Bistro in Halle: Ehrenamt überzeugt TV-Koch Sebastian Lege
Schüler-Bistro in Halle: Ehrenamt überzeugt TV-Koch

Ein Schüler-Bistro in Halle, das von einem 20-köpfigen Team ehrenamtlich betrieben wird, hat sogar Fernsehkoch Sebastian Lege beeindruckt. Die Sekundarschule Fliederweg wurde bereits mehrfach für ihre pädagogische Arbeit ausgezeichnet. Nun plant Lege im Rahmen der Reihe „ZDF goes Schule“ einen Besuch Anfang Mai, um das Team zu beraten. Gedreht wird ebenfalls. Für MZ-Leserin Carmen Hennig ist das Bistro-Team den Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht“ wert. Sie schlägt die Schüler für die Auszeichnung vor.

Selbstständigkeit und soziales Engagement

„Mit der Organisation des Bistrobetriebs wächst die Selbstständigkeit der Kinder“, lobt die Seniorin das Projekt. Das Team ermögliche allen Kindern einen preiswerten Pausensnack, auch jenen mit wenig Geld. „Für diese Kinder wird eine höhere Zufriedenheit in ihrem Schulalltag erreicht“, sagt Hennig. Täglich werden bis zu 150 Portionen von den Schülern zubereitet und verkauft: belegte Brötchen, Milchreis, Kartoffelsuppe, Pizza, süße Snacks und Getränke – alles für maximal 1,50 Euro. Für viele ist es die erste Mahlzeit am Tag.

Erlöse helfen anderen Schülern

Victoria Bettzüge, die das Bistro-Team mit ihrer Kollegin Ines Schöpe betreut, erklärt, dass die Schule fast 480 Kinder aus 45 Nationen besuchen, darunter viele aus finanzschwachen Familien. „Aus den Erlösen des Bistros können wir den Abschlussball der 10. Klassen mitfinanzieren, aber auch Kinder bei den Kosten für Klassenfahrten helfen“, sagt die Pädagogin, die auch im Vorstand des Fördervereins ist. Das Bistro wurde 2009 vom Förderverein gegründet und ist so beliebt, dass es eine Warteliste gibt. „Wir haben eine Warteliste von Schülern, die bei dem ehrenamtlichen Team mitmachen möchten“, so Bettzüge. Nur zuverlässige Schüler mit bestandener Probezeit werden aufgenommen.

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Die 15-jährige Anjeli aus der 8. Klasse macht seit zwei Jahren mit: „Es macht einfach viel Spaß.“ Für die 14-jährige Fariba ist der Gratis-Imbiss und ein sicherer Platz in der Skifreizeit ein Anreiz. Das Projekt vermittelt den Umgang mit Geld und Lebensmitteln und bietet Anerkennung. „Mit den 20 Schülern machen wir als Dankeschön eintägige Fahrten oder Ausflüge, wie zuletzt eine Alpakawanderung in Reideburg“, ergänzt Bettzüge. Aus dem Bistro hat sich ein Catering-Angebot entwickelt, zuletzt für die Heinrich-Böll-Stiftung. „Alles nur über Mundpropaganda“, sagt die Lehrerin.

TV-Koch Sebastian Lege zu Besuch

Für große Veranstaltungen wird eine 9. Klasse in Praxislerntagen einbezogen, die Mathematik praktisch anwendet: Wie viele Nudeln für 100 Gäste? Der Erlös für den Förderverein ist hier höher als beim Bistro. „Da ist die Gewinnspanne sehr gering, da wir den Imbiss für maximal 1,50 Euro verkaufen wollen“, erklärt Bettzüge. Sebastian Lege soll helfen, ein gesünderes Pausenessen ohne höhere Kosten anzubieten.

Nominierung für den Bürgerpreis

Der Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht“ wird an Menschen und Organisationen in Halle und dem Saalekreis verliehen. Vorschläge können unter www.esel-auf-rosen.de eingereicht werden. Eine Jury entscheidet über die Gewinner, die am 22. August im Neuen Theater Halle ausgezeichnet werden. Vorschläge sind noch bis 16. Mai möglich. Der Preis ist eine Initiative der Mitteldeutschen Zeitung, der Volksbank und des Neuen Theaters.

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