Dresdner Friedenspreis 2026 ehrt Klementyna Suchanow für ihren mutigen Einsatz für Frauenrechte und Demokratie
Dresdner Friedenspreis für polnische Aktivistin Klementyna Suchanow

Polnische Aktivistin mit Dresdner Friedenspreis 2026 ausgezeichnet

Die polnische Politik-Analystin, Autorin und Aktivistin Klementyna Suchanow wurde am 12. April 2026 in der Dresdner Semperoper mit dem renommierten Dresdner Friedenspreis geehrt. Die 52-jährige Mitbegründerin der polnischen Frauenstreikbewegung erhielt die Auszeichnung für ihren unermüdlichen Einsatz gegen das faktische Abtreibungsverbot und den Abbau des Rechtsstaats unter der früheren autoritären Regierung der PiS-Partei in Polen.

Mutiger Kampf unter großem Druck

Für ihren beharrlichen Widerstand wurde Suchanow massiv unter Druck gesetzt. Ein eindrückliches Bild zeigt sie am Boden liegend mit einem schweren Polizeistiefel neben ihrem Kopf – ein Symbol für ihr gefährliches Ringen um Frauenrechte und demokratische Grundwerte. Seit 2016 mobilisierte sie regelmäßig Zehntausende Protestierende in ganz Polen und wurde zur zentralen Figur der Frauenrechtsbewegung in ihrem Heimatland.

Analyse globaler radikaler Netzwerke

In ihrem Buch „Das ist Krieg“ und zahlreichen Interviews warnt Suchanow vor den geheimen Strategien radikaler Fundamentalisten, die länderübergreifende Netzwerke aufbauen, um ihre Ziele zum Nachteil der Zivilgesellschaft durchzusetzen. Sie verfolgt die globalen Verflechtungen von radikal religiösen, politisch ultrakonservativen bis hin zu rechtsgerichteten Kreisen und kommt zu einer alarmierenden Erkenntnis: Eine sich zunehmend radikalisierende Gruppe von Menschen und Organisationen strebt eine rückwärtsgewandte Gesellschaftsordnung an.

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„Man will unsere Gesellschaften spalten“

„Man will unsere Gesellschaften spalten“, erklärte Suchanow kürzlich im Fernsehsender 3sat. Es gehe darum, über Themen wie Abtreibung oder LGBTQ+ einen „kulturellen Krieg“ zu schaffen. Rechtsgerichtete Organisationen würden dabei teilweise von Russland infiltriert und für dessen Zwecke instrumentalisiert. „Es sieht so aus, als gäbe es da einen Plan“, sagt die Preisträgerin. Dieser werde aus Moskau gespeist und sei in Europa seit 2014 deutlich sichtbar – dem Jahr der prowestlichen Euromaidan-Revolution in der Ukraine.

„Diese Dinge hängen miteinander zusammen“, betont Suchanow. „Auch einige der Akteure sind ähnlich.“ Religiöse Rhetorik werde zum politischen Instrument gemacht, wie beispielsweise von Präsident Wladimir Putin, der Russland als Verteidiger traditioneller Werte inszeniere.

Friedenspreis mit großer Symbolkraft

Der mit 10.000 Euro dotierte Dresdner Friedenspreis wird seit 2010 verliehen und würdigt Persönlichkeiten und Institutionen, die sich in besonderem Maße für Frieden und Menschenrechte engagieren. In der Begründung der Dresdner Stadtverwaltung heißt es, Suchanows mutiges Eintreten für Menschenrechte strahle weit über die Grenzen Polens hinaus. Zuletzt wurden der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und posthum der russische Oppositionelle Alexej Nawalny ausgezeichnet.

Suchanows Arbeit bleibt aktuell und notwendig: „Man versucht, sich in unserer Gesellschaft mit bestimmten Themen einzuarbeiten“, warnt sie. „Zum Beispiel sind das die Probleme, die wir heute besprechen: globale, chaotische Situation, Kulturkriege zwischen den Ländern, den Nationen, die Familien sind gespalten, die Gesellschaft ist gespalten.“ Ihr zentrales Anliegen ist es, diese Spaltungsmechanismen aufzudecken und demokratische Werte zu verteidigen.

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