Collien Fernandes fordert bei Miosga härtere Strafen gegen digitale Gewalt
Fernandes fordert härtere Strafen gegen digitale Gewalt

Collien Fernandes im TV-Talk: Härtere Strafen gegen digitale Gewalt gefordert

Im Studio von Caren Miosga hat Collien Fernandes am Sonntagabend eindringlich über digitale Gewalt gegen Frauen gesprochen. Die Moderatorin und Schauspielerin nutzte ihren ersten großen TV-Auftritt seit Bekanntwerden ihrer Vorwürfe gegen den Ex-Mann, um auf juristische Lücken und notwendige Konsequenzen aufmerksam zu machen.

Ein persönlicher Fall mit politischer Signalwirkung

Fernandes setzt sich seit Jahren gegen digitale sexualisierte Gewalt ein, doch ihr eigener Fall hat die Debatte zuletzt neu entfacht. Sie wirft ihrem Ex-Mann vor, über längere Zeit mit gefälschten Internet-Accounts in ihrem Namen mit Männern geflirtet und sogar Telefonsex gehabt zu haben. „Es kann ja nichts passieren, wenn die Frauen nicht den Mund aufmachen“, betonte Fernandes im Gespräch mit Miosga.

Die Aufzeichnung der Sendung erfolgte am frühen Abend aus Rücksicht auf die Belastung der Schauspielerin. Knapp 15 Minuten lang sprachen die beiden TV-Frauen zu zweit über Schutzmechanismen und Versäumnisse im deutschen Rechtssystem.

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Emotionaler Auftritt mit konkreten Forderungen

Fernandes schilderte detailliert, wie der mutmaßliche Täter Fake-Profile und E-Mail-Adressen in ihrem Namen angelegt sowie flirtende Nachrichten und pornografische Fotos verschickt haben soll. Besonders erschütternd: „Es wurde eine erotische Geschichte verschickt, in der ich vergewaltigt werde“, berichtete sie unter sichtlicher Anspannung.

Die Moderatorin erklärte auch, warum sie auf Mallorca Anzeige erstattet hat: „In vielen Ländern heißt es, wir müssen nach Spanien schauen, die sind total vorbildlich, was das Thema Gewalt gegen Frauen angeht“. Das spanische Modell mit speziellen Schulungen für Polizeibeamte sei ein wichtiger Ansatz.

Strukturelle Probleme bei der Strafverfolgung

Fernandes kritisierte deutlich die Schwierigkeiten mit deutschen Behörden. Nach ihrer ersten Anzeige gegen unbekannt sei es zu langwierigem Hin und Her gekommen, bis das Verfahren schließlich eingestellt wurde. „Das ist das, was mir die Betroffenen, mit denen ich gesprochen habe, auch geschildert haben“, so Fernandes.

Besonders betroffen zeigte sie sich von jungen Opfern: „Ich habe eine Gruppe von Schülerinnen getroffen, die das zur Anzeige gebracht haben. Die Jüngste war 14 Jahre alt, als das passiert ist“.

Politische Debatte gewinnt an Fahrt

Im Anschluss an das Zweiergespräch diskutierten Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD), Ronen Steinke von der Süddeutschen Zeitung und die Aktivistin Theresia Crone über notwendige Gesetzesverschärfungen. Besonders das Thema Deepfakes stand dabei im Fokus.

Fernandes selbst hatte kurz vor Ausstrahlung der Sendung auf Instagram geschrieben: „Es ist ein emotionales Auf und Ab, trotzdem freue ich mich natürlich darüber, dass die politische Debatte Fahrt aufgenommen hat“. Ihr Auftritt bei Miosga markiert einen wichtigen Schritt in der öffentlichen Auseinandersetzung mit digitaler Gewalt gegen Frauen.

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