München: 6000 Demonstranten zeigen Solidarität mit Collien Fernandes gegen digitale Gewalt
München: 6000 demonstrieren gegen digitale Gewalt an Frauen

München: Massenprotest gegen digitale Gewalt und für Collien Fernandes

Die Protestwelle gegen sexualisierte, digitale Gewalt hat nun auch die bayerische Landeshauptstadt erreicht. In München sind am Samstag, den 29. März 2026, rund 6000 Menschen auf die Straße gegangen, um ihre Solidarität mit der Moderatorin Collien Fernandes zu bekunden und ein klares Zeichen gegen Onlinegewalt an Frauen zu setzen. Die Demonstration, zu der unter anderem die Grüne Jugend München und die Initiative »Feminists United« aufgerufen hatten, markiert einen weiteren Höhepunkt in der bundesweiten Bewegung, die zuvor bereits in Städten wie Hamburg, Berlin und Köln stattgefunden hat.

Prominente Redner fordern strengere Gesetze und mehr Verantwortung

Im Mittelpunkt der Kundgebung standen Forderungen nach konsequenteren Maßnahmen gegen manipulierte pornografische Inhalte im Internet. Katharina Schulze, Fraktionschefin der Grünen im bayerischen Landtag, sprach sich in ihrer Rede für schärfere gesetzliche Regelungen aus. »Wenn man pornografische Deepfakes herstellt oder weiterleitet, muss das in Zukunft strafbar sein«, betonte sie. Zudem forderte Schulze, dass Technologieunternehmen stärker in die Pflicht genommen werden sollten, indem sie ihre Algorithmen offenlegen und mehr Verantwortung übernehmen. Auch der designierte Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause beteiligte sich an dem Protest und unterstrich die Dringlichkeit des Themas.

Neben rechtlichen Aspekten hob Schulze die Notwendigkeit von mehr finanzieller Unterstützung für Beratungsangebote, Frauenhäuser und Präventionsarbeit hervor. Die Demonstration diente somit nicht nur als Plattform für Solidarität, sondern auch als politischer Appell für umfassende Veränderungen im Umgang mit digitaler Gewalt.

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Hintergrund: Der Fall Fernandes und die Anschuldigungen gegen Christian Ulmen

Die aktuelle Debatte wurde maßgeblich durch schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, ausgelöst. Laut SPIEGEL-Recherchen beschuldigt Fernandes Ulmen, auf sozialen Medien täuschend echt aussehende Fakeprofile von ihr erstellt und darüber Männer kontaktiert zu haben. Dabei soll er sich als Fernandes ausgegeben und sexuelle Gespräche geführt sowie erotisches Material verschickt haben, um den Eindruck authentischer Aufnahmen zu erwecken.

Ulmen, dem die Unschuldsvermutung gilt, hat über seine Anwälte die Vorwürfe zurückgewiesen. In einer Pressemitteilung betonten sie, dass Ulmen zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Fernandes oder anderen Personen hergestellt oder verbreitet habe. Zudem wiesen sie Berichte über einen mutmaßlichen Gewaltvorfall in Palma de Mallorca im Januar 2023 zurück. Fernandes widersprach dieser Darstellung über ihr Instagram-Profil und bekräftigte ihre Anschuldigungen.

Der Fall hat eine breite öffentliche Diskussion über digitale Gewalt und die Notwendigkeit von rechtlichen sowie gesellschaftlichen Konsequenzen entfacht. Die Demonstration in München zeigt, dass das Thema weiterhin hohe Wellen schlägt und die Forderungen nach Veränderung lauter werden.

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