Berlin – Zahlreiche Menschen sind in der Hauptstadt für mehr Inklusion auf die Straße gegangen. Rund 1.000 Menschen nahmen an der Demonstration teil, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Da die Kundgebung noch andauere, sei weiterer Zustrom möglich. Ein breites Bündnis aus Wohlfahrts-, Sozial- und Behindertenverbänden hatte anlässlich des europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zu dem Protest aufgerufen.
Forderungen nach Barrierefreiheit und Teilhabe
Unter den Teilnehmern befanden sich auch Menschen, die auf Rollstühle angewiesen sind. Auf Plakaten waren Slogans wie „Teilhabe für alle sichern“, „Integration und Teilhabe stärken“, „Inklusion statt Duldung“ oder „Rechte statt Mitleid“ zu lesen. Die Demonstranten zogen vom Brandenburger Tor zum Roten Rathaus. Als Redner angekündigt waren unter anderem die Berliner Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD), der Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow (Linke) sowie mehrere Bundestagsabgeordnete.
Petition und politische Reform
Bei der Abschlusskundgebung soll eine Petition übergeben werden, die unter anderem eine gesetzliche Pflicht zur Barrierefreiheit fordert. Am Donnerstag befasst sich der Bundestag in erster Lesung mit der Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes. Der Entwurf wird von Aktivisten und Verbänden kritisiert. Aus ihrer Sicht mache er Barrierefreiheit weiterhin vom Willen einzelner Unternehmen und Behörden abhängig.



