25 Jahre Sklaverei: Zehnfache Mutter zu 13 Jahren Haft verurteilt
Ein britisches Gericht hat eine 56-jährige zehnfache Mutter aus der Grafschaft Gloucestershire zu 13 Jahren Haft verurteilt. Amanda W. wurde für schuldig befunden, eine wehrlose Frau über 25 Jahre hinweg gefangen gehalten, misshandelt und zur Zwangsarbeit gezwungen zu haben. Das Opfer, das heute Mitte 40 ist, wurde im Alter von 16 Jahren von Amanda W. aufgenommen und erlitt daraufhin jahrzehntelange Qualen.
Grausame Gefangenschaft und systematische Misshandlung
Das Martyrium begann im Jahr 1996, als Amanda W. die damals 16-jährige Schülerin mit Lernschwierigkeiten in ihrem Haus aufnahm. Statt Schutz zu finden, wurde das Mädchen in einer verschimmelten und feuchten „Zelle“ eingesperrt. Während der Gefangenschaft musste sie das überfüllte Haus meist auf Knien putzen und sich von Essensresten ernähren. Regelmäßige Schläge und Attacken mit einem Besenstiel fügten ihr schwere Verletzungen zu, darunter ausgeschlagene Zähne.
Laut Berichten der BBC spritzte Amanda W. ihrem Opfer Spülmittel in den Hals, bespritzte ihr Gesicht mit Bleichmittel und verweigerte Waschmöglichkeiten sowie medizinische Versorgung. Ärzte stellten fest, dass die Frau über Jahre unterernährt war und aufgrund unbehandelter Infektionen und Abszesse leiden musste.
Urteil und Aussagen des Richters
Am Gloucester Crown Court verurteilte Richter Ian Lawrie Amanda W. wegen Nötigung zur Zwangsarbeit, Freiheitsberaubung und Körperverletzung. In seiner Urteilsverkündung sagte er, sie habe ihr Opfer „grausam und beharrlich gefangen gehalten“ und „ihren Lebensmut gebrochen“. Der Richter betonte, dass das anhaltende Trauma dieser Sklaverei fortbestehe und das Opfer aufgrund der erlittenen Vernachlässigung nun rund um die Uhr Betreuung benötige.
Befreiung und anhaltende Folgen
Erst im März 2021 wurde das Leiden beendet, als die Polizei das Opfer völlig verstört und verängstigt in einem Haus in Tewkesbury fand. Ein Sohn von Amanda W. hatte Bedenken über ihr Wohlergehen geäußert, nachdem Ermittler die Mutter als „manipulativ und kontrollierend“ beschrieben hatten. Seit ihrer Rettung lebt die Frau bei einer Pflegefamilie, leidet aber weiterhin unter schweren psychischen Folgen.
In einer Erklärung vor Gericht gab das Opfer an, täglich unter Angstzuständen zu leiden, oft „panisch und wie gelähmt“ zu sein und laute Geräusche zu fürchten. Sie sagte: „25 Jahre lang lebte ich in Angst, unter Kontrolle und Missbrauch. Ich wurde behandelt, als ob mein Leben, meine Freiheit und meine Stimme nichts wert wären.“
Das Urteil von 13 Jahren Haft spiegelt die Schwere der Verbrechen wider, die über mehr als zwei Jahrzehnte begangen wurden. Die Justiz hat damit ein deutliches Zeichen gegen Sklaverei und Misshandlung gesetzt, während das Opfer weiterhin mit den langfristigen Folgen dieser traumatischen Erfahrung kämpft.



